Ey Keule, läuft bei dir!

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Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,
manchmal fühle ich mich ja etwas lost. Vor allem, wenn ich meine Tochter mit Freunden reden höre oder Gespräche unter Jugendlichen in der Straßenbahn mitbekomme. Da geht es sprachlich schon mal ganz schön wyld zu. „Sheesh, Bre“ und „same, Diggah“ höre ich dann oder „Chill mal!“ Nein Moment, sagen das Teenies überhaupt noch, „chill mal“? Oder ist das schon wieder uncool? Und sagt man „cool“ überhaupt noch? Sie sehen, ich bin absolut lost und gar nicht mehr fly.
Zum Glück kann ich meine Tochter fragen, welche Wörter und Wendungen Jugendliche so nutzen und was sie bedeuten, gerade da hapert es bei mir immer mal. Sie erklärt mir das alles gern ausführlich – Hauptsache, ich verwende diese Wörter und Wortgruppen dann nicht! Befragt habe ich sie erst vor ein paar Tagen zur Jugendsprache, genauer gesagt dem kürzlich gekürten Jugendwort 2021. Diesmal wurde es – Achtung, Trommelwirbel: cringe. Ich war etwas überrascht, dass dieses selbst mir bekannte und durchaus auch von Menschen Ende 20 (noch immer!) verwendete Wort heuer Jugendwort wurde. Meine Kollegin Janina Fleischer meint sogar: “Cringe – läuft nicht mehr.”
Ach ja, falls Sie nicht wissen, was es bedeutet; das ist ganz einfach: Kennen Sie dieses seltsame Gefühl, wenn ein anderer Mensch etwas sagt oder tut, dass so peinlich ist, dass man sich selbst schämt, also dieses Gefühl der Fremdscham? Das meint „cringe“. Ursprünglich bedeutet es eher „erschaudern“, „vor etwas zurückschrecken“. Ich hätte als Jugendliche also vermutlich „creepy“ gesagt. (Psst, sage ich heute noch.)
Wenn meine Tochter heute Abend diesen Newsletter lesen sollte, wird sie höchstwahrscheinlich ziemlich viel cringe empfinden. Und ganz ehrlich, das wäre absolut berechtigt. Vielleicht halte ich sie zu ihrem eigenen Wohl vom Lesen dieses creepy Textes ihrer Mama ab. Zum Fremdschämen bin ich bestimmt auch ansonsten oft genug für sie.
Beim Stichwort creepy fällt mir ein, am Sonntag ist ja schon wieder Halloween! Wer keine private Party feiert, für den bieten sich zahlreiche Veranstaltungen in Leipzig an, teilweise über das gesamte Wochenende. Meine Kollegin Lilly Günthner hat hier Ideen für kleine und große Grusel-Fans zusammengetragen. Wer sich nicht gruseln möchte, für den haben wir weiter unten wieder Wochenend-Tipps zusammengestellt.
Egal, wie Sie das Wochenende verbringen, vergessen Sie nicht, den Swag aufzudrehen und sich zu gönnen!
Mit in jeder Hinsicht gruseligen aber ebenso herzlichen Grüßen verabschiede ich mich und verspreche, der nächste Newsletter klingt wieder gewohnt knorke.
Ihre Susanne Reinhardt
Redakteurin LVZ Familie

Foto: Pexels/Pixabay
Foto: Pexels/Pixabay
Wochenend-Tipps

Handschriften ausprobieren: Im Workshop unter dem Motto „Was du schwarz auf weiß besitzt“ werden Handschriften der Ururgroßeltern ausprobiert und Briefe mit flüssigem Wachs versiegelt. Wo? Völkerschlachtdenkmal. Wann? Samstag 10 bis 12 Uhr. Für Kinder ab 8 Jahre. Anmeldung per E-Mail oder telefonisch unter 0341 241687142.
Literarischer Herbst für Kinder: Wenn Schriftsteller Finn-­Ole Heinrich, der sich zehn Jahre vor seinem ersten Jugendliteraturpreis bei Poetry Slams einen Namen machte, seine Geschichten zum Leben erweckt, bleibt kein Auge trocken. Verspricht der Autor. Umziehen? In die Stadt? Wenn’s sein muss. Unter einer Bedingung: Trecker kommt mit! Weil: Ein Trecker ist ein guter, treuer, teurer Freund. Den lässt man nicht zurück. Nie. Und dann? Geht’s in die Rübenhöhle, wo Familie Rübe jeden Abend nach allen Regeln der Kunst Heia macht, um die Wette schnarcht und sich in den Schlaf rock’n’rollt. Die Lesung „Trecker kommt mit!“ und „Schlafen wie die Rüben“ findet am Sonntag 11 Uhr im Kinderbuchladen Serifee statt. Kartenreservierung per E-Mail oder telefonisch unter 0341 1492777.
Gespenst im Budde-Haus: Der Grusel-Wusel-Geschichtenwettbewerb des Budde-Hauses, der sogar für Einsendungen aus Frankreich, Russland und der Schweiz sorgte, findet am Sonntag seinen besonderen Abschluss. Von 15 bis 18 Uhr werden Storys für Kinder in einer Jurte im Kunstgarten vorgelesen, Preise verlost und Fledermäuse gebastelt. Im Biergarten gibt es schaurig schöne Speisen und Getränke. Freier Eintritt.
Buch-Tipp

Cover des Buches „Eine Wiese für alle“, erschienen im Verlag Klett Kinderbuch
Cover des Buches „Eine Wiese für alle“, erschienen im Verlag Klett Kinderbuch
Hans-Christian Schmidt (Autor), Andreas Német (Illustrator): „Eine Wiese für alle“: Stell dir vor, du bist ein Schaf und es geht dir gut. Du lebst mit anderen Schafen auf einer schönen Weide, ihr habt genug zu fressen und ihr müsst vor nichts Angst haben. Alles ist gut. Und eines Tages kommt übers Meer ein fremdes Schaf, das in großer Not ist. Wenn ihr ihm nicht sofort helft, stirbt es. Was machst du? Das Schaf könnte schließlich Krankheiten einschleppen oder ein Wolf im Schafspelz sein. Oder aber auch einfach nur ein Schaf. Wer weiß das schon. Hans-Christian Schmidt und Andreas Német widmen sich in „Eine Wiese für alle“ einem Grundthema der Menschlichkeit. Sie sprechen dabei ihre Leser und Leserinnen – Kinder ab 4 Jahren – direkt an, zwingen sie zu einer Entscheidung: Wenn jemand in Not ist, rettest du ihn. Oder? Ein komplexes Thema unserer Zeit wird hier auf eine Weise dargestellt, die auch kleinere Kinder gut nachvollziehen können. Ein Dilemma der kopfgesteuerten Erwachsenenwelt wird auf emotionaler, herzzerreißender Ebene aufgeschlüsselt – mit einer klaren Botschaft. Die Geschichte setzt bei ihren Protagonisten auf Tiere des Alltags, die jedes Kind kennt und verzichtet auf jegliche Geschlechterzuschreibung. Was außerdem für dieses Buch spricht? Der gesamte Gewinn aus dem Verkauf geht an Menschen, die sich um Geflüchtete kümmern und für eine offene Gesellschaft einsetzen.
Von Patricia Liebling
Spiele-Tipp

Ein Konstruktionsset für Kinder ab 3. Perfekt. Wenn in unserem Haushalt etwas zusammengebaut werden muss, ist meine Tochter an erster Stelle. Da schafft sie es auch, über längere Zeit konzentriert auf ein Ziel hinzuarbeiten. Ablenkung Fehlanzeige. Und so zeigt sie auch gleich auf ein Fahrzeug auf der Verpackung des Pull Back Motor Set von Brio und sagt: „Das will ich haben.“ Also bauen wir das erste Fahrzeug zusammen – eine Art Quad. Zugegeben: Den Hauptteil der Konstruktion übernehme ich, die Mini-Konstrukteurin arbeitet eher zu. Für den Start scheint es mir so, als sei die Aufgabe für sie alleine zu groß. Egal, wir bauen gemeinsam und sie ist voll dabei. Die einzelnen Teile werden in eine Schale und wieder heraus geräumt. Alles wird genau inspiziert, erste Handgriffe mit Schraubenschlüssel und Zange geübt. Das Holz ist gut verarbeitet. Die Kunststoffzange leichtgängig. Allein bei den Schrauben muss meine Tochter schon ordentlich ziehen, damit sie wieder herausgehen (wenn man sie falsch angebracht hat oder umbauen möchte). Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass sie die einzelnen Teile gut zusammenhalten. Und ist das Fahrzeug erst einmal fertig, kann der Fahrspaß losgehen. Das Quad fährt dank Gummibereifung sowohl auf glatten Böden als auch auf dem Teppich ziemlich gut. Der Rückziehmotor läuft einwandfrei. Das Prinzip dürfte den meisten Kindern bekannt sein. Und wenn nicht, erschließt es sich innerhalb kürzester Zeit. Die Modelle, die sich aus den 67 Teilen fertigen lassen, sind für kleine Hände gut zu greifen. Und wenn die Kids älter werden und das Spielzeug droht langweilig zu werden, lässt es sich erweitern. Hat man das System erst einmal verstanden, ist das Quad im Handumdrehen zum Abschlepper umgebaut.
Von Patricia Liebling
Verlosung Brio Konstruktionsset

Verlost werden 3 Pull Back Motor Sets von Brio für Kinder ab 3 Jahre. Wer gewinnen möchte, schickt bis 3. November eine E-Mail mit dem Betreff „Brio“ an familie@lvz.de. Die Gewinner und Gewinnerinnen werden ausgelost und schriftlich benachrichtigt. Wichtig: Der Gewinn ist im Verlagshaus der Leipziger Volkszeitung, Peterssteinweg 19, abzuholen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Infos zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie hier.
Das Beste für Familien aus LVZ und RND

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„Süßes oder Saures“: Die Gesichtsmaske muss in diesem Jahr an Halloween mit
Zwischen Nervenkitzel und Albträumen: Was lösen brutale Horrorfilme bei Kindern aus?
Jugendwort des Jahres: Cringe kommt zu spät, um jung zu sein
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Tauschbox statt Schmuddelecke: „Lenes Tauscho“ begeistert Reudnitz
Erziehung in jungen Jahren: „Kinder sollten nicht immer ihren Willen kriegen“
Wer entscheidet über die Corona-Impfung eines Kindes, wenn die Eltern uneinig sind?
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Mottchen
Was das Baby heute zum Mittag aß:

200 Gramm Brei, 10 Nudeln mit Soße, mehrere Kidneybohnen, gehacktes und 2 Stücke Birne....und etwas Untersetzer.... https://t.co/2Q3lhBNbxx
Julier.
Würde gerne den Klingelton beim Baby ändern, wie geht das?
Michèle Liussi
Meine Oma (80) ist verwirrt.

„Wenn dein Sohn laut wird, gehst du auf die Knie und wirst ganz leise. Das ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was wir früher gemacht haben. Wieso tust du das?“

Ich mag ihre Beobachtung und ihr Interesse sehr, es war ein tolles Gespräch 🥰
Güncem Campagna
Ich dachte, ich kannte alle geometrischen Formen, aber dann hat der Mann die Wäsche zusammengelegt.
extrakaese
"Das Jugendwort 2021 ist #cringe."

"Das dachte ich mir schon, ist es jedes Jahr, aber welches Wort ist es?"
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