Kindliche Wutausbrüche, unfreiwilliger Russisch-Unterricht, ausgeweitetes Neugeborenen-Screening

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Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,
kennen Sie die fünf Sprachen der Liebe? So drücken Menschen ihre liebevolle Verbundenheit aus – mit Lob und Anerkennung, gemeinsamer Zeit, Geschenken, Hilfsbereitschaft oder Zärtlichkeit. Wie schön, oder? Wenn ich mich in meinem kinderreichen Umfeld umschaue, scheint es beim Nachwuchs aber noch eine sechste Ausdruckform der unendlichen Liebe zu geben. Und die heißt: so richtig ausrasten.
Es mag für Eltern nur ein schwacher Trost sein, ein verzweifeltes Mantra mitten im kindlichen Wutausbruch – aber wenn die Bombe hochgeht, kann das durchaus ein Kompliment sein. Sie kennen das vielleicht. Die Erzieher*innen in der KiTa melden: „alles super, gute Laune“, Oma und Opa freuen sich über das „liebe Kind“ mit dem „alles bestens geklappt“ hat. Und kaum geht zu Hause die Tür zu ist Drama, Drama, Drama.
Kinderpsycholog*innen sprechen davon, dass Kinder sich vor allem bei ihren Eltern trauen, auch mal Dampf abzulassen. Es spricht für eine gesunde Eltern-Kind-Beziehung, wenn das Kind sich Ihrer Liebe so sicher ist, dass es findet, sie halten sogar richtig schlechte Laune aus. Bei Ihnen „benehmen“ sie sich nicht, bei Ihnen können sie sich komplett fallen lassen. Gern auch mal in einen Schreianfall. Hilft jetzt nur bedingt, schon klar. Aber als Mantra ist es eventuell doch ganz brauchbar: Es ist ein Zeichen des Vertrauens, es ist ein Zeichen der Liebe. Ommm.
Zum Glück erlebe ich als professionelle Patentante meistens die adrettere Version der Kids. Mein 10-jähriges Patenkind wünscht sich zum Beispiel öfter „Tanten-Tage“, also Zeit für uns beide. In letzter Zeit hat es das Backen für sich entdeckt und versorgt mich nun regelmäßig mit leckeren Kuchen-Kreationen. Ich muss sagen, da fühle ich mich schon sehr geliebt!
Seien Sie also gern besonders lieb zueinander, egal in welcher Sprache! Sofern Sie das gern tun, natürlich – anders als die Schüler*innen im Leipziger Kant-Gymnasium, die jetzt unfreiwillig Russisch als Fremdsprache lernen. Die Sprachen der Liebe sind ohnehin international – und es wäre doch schade, wenn sie im Alltag zu kurz kämen.
Herzlichst,
Ihre Juliane Groh

Es sieht nicht so aus und hört sich nicht so an, aber auch der klassische Wutanfall kann ein Zeichen der Liebe sein. Foto: asier_relampagoestudio/freepik
Es sieht nicht so aus und hört sich nicht so an, aber auch der klassische Wutanfall kann ein Zeichen der Liebe sein. Foto: asier_relampagoestudio/freepik
Wochenend-Tipps

Vorleselust: Wer von den Jüngsten am Sonnabend von 11 bis 12 Uhr Lust hat, in die Geschichte „Dachs hat heute einfach Pech“ einzutauchen, der geht in die Stadtbibliothek am Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11. Vorlesepate Ralf Winter liest in der Kinderbibliothek im Erdgeschoss für alle Kids ab drei Jahren. Bitte telefonisch anmelden unter 0341 123 5336 oder per E-Mail.
Story aus dem Reggaewald: Das Puppentheater Eckstein spielt am Sonnabend im Neuen Schauspiel für alle Kinder ab drei Jahren. Im Stück „Der Reggaehase Boooo und der König, der nicht mehr tanzen wollte“ können alle Kinder mithelfen, dass im Reggaewald wieder Musik ertönt. Beginn ist um 16.30 Uhr. Hier geht’s zu den Tickets.
Spaß auf dem Riesenrad: Ausgelassene Volksfeststimmung mit gebrannten Mandeln und spektakulären Fahrgeschäften verspricht die Kleinmesse am Cottaweg. Geöffnet am Freitag und Sonnabend von 14 bis 23 Uhr sowie am Sonntag von 14 bis 22 Uhr.
Buch-Tipp

Cover des Buches „Fiese Viecher“, erschienen im Verlag Kosmos
Cover des Buches „Fiese Viecher“, erschienen im Verlag Kosmos
Véro Mischitz, Claudia Gotthardt: „Fiese Viecher? Warum Ratte, Wespe & Co. viel cooler sind, als du denkst!“: „Jedes Tier hat in der Natur seinen Platz und seine Aufgabe.“ Diesen Satz haben Kinder sicher schon dutzendmal gehört – und trotzdem können sie Spinnen, Ratten, Wespen und Co. oft wenig abgewinnen. Auch ich mache da keine Ausnahme. Noch heute rufe ich meinen Dad, der mir die Spinnentierchen vorsichtig mit der Hand vor der Nase wegfängt und sie draußen wieder aussetzt. Dabei nehme ich jedes Mal sein Lächeln wahr und höre die Sätze: „Die tun Dir nichts. Die haben mehr Angst vor uns. Und wenn wir sie nicht hätten, gäbe es viel zu viele Mücken und Fliegen.“
Und da setzt das Buch „Fiese Viecher“ für alle ab fünf Jahre an. Biologin Veronika „Véro“ Mischitz hat sich stellvertretend 15 Tiere herausgesucht, denen wir schlechte Eigenschaften nachsagen oder um die sich Mythen ranken. Die negativen Aspekte bilden den Ausgangspunkt jeder Seite – und werden mit witzigen Farbillustrationen untermauert. Drehen wir das Buch aber um 180 Grad, erfahren wir spannende Fakten über das Verhalten und Leben dieser Tiere sowie ihre besonderen Fähigkeiten, die uns zum Staunen bringen – oder wussten Sie, dass viele Spinnen sechs verschiedene Spinndrüsen besitzen und damit unterschiedlich starke Fäden verarbeiten können? Oder, dass Ratten sich genauso oft das Fell putzen wie Katzen und eine Zwergfledermaus bis zu 2000 Insekten pro Nacht verspeist?
Dass diese Fakten ausreichen, die Angst vor so manchem Tier zu verlieren oder es sogar zu mögen, ist aber nicht das Ziel des Buches. Vielmehr geht es darum, es einmal mit anderen Augen, aus einer anderen Perspektive zu sehen – um es vielleicht besser zu verstehen. In diesem Sinne ist das Buch einen Versuch wert!
Von Nannette Hoffmann
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Neues aus dem Familienleben auf Twitter

Luss mit schlustig
Nachricht von der 17-Jährigen, die übers Wochenende an der Nordsee ist:

"Ich sammle gerade schöne Steine, Mama. Und ich bringe alle mit nach Hause! Ich glaube Dir nicht mehr, dass die erste Etage runterfallen kann."

Das ist dieses Erwachsenwerden, oder?
Der Gasser
"Papa, kannst du meine Hände waschen? Du darfst sie aber nicht anfassen."

Das beschreibt das Leben mit Kindern eigentlich perfekt.
Denkding
Jetzt hat sich auch geklärt, warum das NaWi Bohnenexperiment des Sohnes nicht glückt. Er hat die Bohne vergessen. Wir gießen seit Wochen ein Töpfchen Erde.
Aina
Meine Kollegin, die auf Ende September gekündigt hat ist allen ernstes ins Personalamt und zur Amtsleitung marschiert und hat hartnäckig versucht, mir ihre Überstunden übertragen zu lassen, weil sie findet, man sollte Eltern mehr im Arbeitsleben unterstützen.

So viel Liebe 🥺
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