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Realitätsflucht – zur Not mit dem Laufrad

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Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,
ich sage es Ihnen, wie es ist: Eigentlich wollte ich heute mal so gar nicht über das C-Wort schreiben. Eigentlich wollte ich mich nicht einmal damit beschäftigen. Eigentlich bin ich es nämlich so richtig leid. Einige von Ihnen werden jetzt wohl nicken – denn als meine Kollegin Susanne Reinhardt neulich schrieb, sie sei pandemüde, da haben wir so einige „Ich auch“-Meldungen erhalten. Ja, ich auch.
Aber nun meldet das RKI einen Rekordwert nach dem nächsten, in Sachsen droht vielleicht wieder ein Lockdown, weil die Überlastungsstufe erreicht ist. Und für Familien mit Kindern sieht es auch nicht gut aus – seit den Herbstferien schließen immer mehr Schulen wegen zu vieler Covid-Fälle, Sachsens Schülerinnen und Schüler müssen sich wieder auf neue Maßnahmen einstellen und es wird diskutiert, ob sich Schwangere auch impfen lassen sollten. Zum Schutz der Kinder werden derzeit auch wieder Veranstaltungen wie der Kids-on-Ice-Day abgesagt.
Jetzt ist also wirklich nicht der Zeitpunkt, den Kopf in den Sand zu stecken – und wenn es noch so verlockend ist. In meinem Umfeld macht sich jedenfalls zunehmend eine bleierne Müdigkeit breit. Wir schwanken zwischen resigniert, besorgt und überfordert; die Durchhalteparolen sind alle aufgebraucht. Alles ziemlich trist in diesem November.
Es ist aber auch nicht der Zeitpunkt, die Hoffnung komplett ziehen zu lassen. Was wir jetzt tun können, ist füreinander da zu sein. Immerhin. Wer noch Kraft übrig hat, gibt sie der Familie, Freundinnen und Freunden. Wir können einander zuhören, uns helfen, immer wieder schöne Momente schaffen. Wir könnten zum Beispiel mit dem Neinhorn in die Theaterwelt abtauchen oder im Märchenwald einer guten Leipziger Tradition folgen. Und wenn alles nichts nützt, hätten wir für Ihre kleine Realitätsflucht noch Hinweise, worauf sie bei einem guten Laufrad achten sollten. Hey, wir tun, was wir können…
Tun auch Sie, was Sie können. Nicht mehr und nicht weniger. Passen Sie auf sich und Ihre Liebsten auf. Machen Sie es sich – so gut es geht – gemütlich und vergessen Sie nicht, dass es in der kommenden Adventszeit doch viele Dinge gibt, auf die man sich freuen kann. Jetzt erst recht.
Herzliche Grüße,
Ihre Juliane Groh
Redakteurin LVZ Familie 

Wochenend-Tipp

Spiele folgen Regeln und Gegenstände haben nur einen Zweck – zumindest für Erwachsene. Aus der Sicht von Kindern sieht das oft anders aus. Für sie ist ein Raum das, was man daraus macht. Küche, Büro, Klassenzimmer werden zu Fantasieorten. Und dort werden Staubsaugerkabel zu Springseilen, Besteck zu Musikinstrumenten. Zu beobachten ist das in „(T)Raum“ – einem Teilprojekt innerhalb des soziokulturellen Vorhabens „Umziehen – Vom Suchen und Finden eines Zuhauses“. In diesem Stück zwischen Fantasie und Realität bewegen sich Jugendliche durch ein Möbelhaus. Zwischen Bällebad und Einbauküche – zwischen Mädchen und Frau. Und sie stellen sich die Frage: Was passiert, wenn ich den vorgegebenen Weg verlasse? Zu sehen ist die Performance des Vereins Artistik Schulprojekt und einer freien Theatergruppe Freitag um 18 Uhr im soziokulturellen Zentrum „die naTo“.
Blick in die Proben zur Performance „(T)Raum“. Foto: Artistik Schulprojekt e.V.
Blick in die Proben zur Performance „(T)Raum“. Foto: Artistik Schulprojekt e.V.
Weitere Termine:
  • Ein unwiderstehliches theatrales Ereignis – Live-Musiker inklusive – erwartet Kinder ab 2 Jahren und ihre Begleitung am Freitag in dem Stück „Fische & süßer Brei“ im Theater der Jungen Welt. Beginn: 10 Uhr.
  • Vorlesepatin Petra Paula Schwab vom Verein LeseLust Leipzig liest am Samstag in der Stadtbibliothek „Die Glücksfee“ von Cornelia Funke für Kinder ab 4 Jahren. Zur Anmeldung per E-Mail hier entlang. Beginn: 11 Uhr.
  • In „Popeye – der Matrose mit dem Spinat“ kommt die Comiclegende auf die Bühne. Gerno Knall vom Knalltheater isst einen Löffel Spinat und verwandelt sich in den berühmten Matrosen. Zu sehen ist das Kindertheaterstück Sonntag um 11 Uhr im soziokulturellen Zentrum „die naTo“.
Buch-Tipp

Die Rabenweihnacht ist im November 2021 im Leipziger Verlag Böhm und Böhm erschienen.
Die Rabenweihnacht ist im November 2021 im Leipziger Verlag Böhm und Böhm erschienen.
Lee und Andrea Böhm: „Die Rabenweihnacht“: Weihnachten rückt näher. Nicht nur viele Menschen freuen sich auf das Fest der Liebe. Im neuen Kinderbuch der Leipziger Schwestern Lee und Andrea Böhm will auch ein kleiner Rabe unbedingt Weihnachten feiern. „Die Rabenweihnacht”, so der Titel, wird jedoch erschwert, denn seine gefiederten Freunde halten das zunächst für eine Schnapsidee. Und so scheitert sein Versuch, den Weihnachtsmann herbeizukrächzen fürs Erste. Doch der kleine Rabe gibt nicht auf. Am Ende können sich alle Leserinnen und Leser auf ein Happy End freuen. „Die Rabenweihnacht” besticht zum einen durch den liebevoll erzählten Text, den Autorin Andrea Böhm in Reimform verfasst. Zum anderen ist es die detaillierte Bebilderung ihrer Schwester Lee Böhm, die das Buch auszeichnet. Die Absolventin der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst gestaltet auf den 32 Seiten jeweils kleine Kunstwerke. Ihre Grafiken sind alle mit Acryl gemalt und enthalten verschiedene Verweise – zum Teil auf andere Kinderbücher wie den Struwwelpeter, auch finden Comicfiguren Eingang ins Buch. Sogar die Schwestern selbst hat die Illustratorin in der Geschichte verewigt. Die Rabenweihnacht eignet sich durch die großflächige Grafik schon als Bilderbuch für ganz kleine Kinder. Der wenige Text ist aber auch schnell abends vorgelesen. 
Von Gina Apitz
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Talita
Der Teenager hat mich heute gefragt, ob ich am Wochenende nicht bei Oma und Opa schlafen möchte.
Mrs_Mary
An der Grundschule, an der ich im Januar als pädagogische Leitung der Ganztagesbetreuung starten werde, wurde für konfessionslose Kinder ein Fach kreiert, dass nicht Ethik genannt wird, sondern: Glück.

Wie toll ist das denn bitte?
MissTrelawny (sic!)🌈
Das Rätsel, warum du am Sonntag Eltern-Emails mit dem Betreff "Besorgte Nachfrage" u Schülermails mit dem Betreff "Tolle Sache" kriegst, löst sich, wenn du merkst, dass die Autokorrektur im digitalen Klassenbuch aus

'Übung Kommasetzung'

'Übung Komasaufen'

gemacht hat.
🙄
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