Geflügelte Pferde, Ritter und Dinos – der Zauber der Kindheit ist unbezahlbar

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Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,
meine Güte, Sie gönnen sich aber. Die Kolleg*innen vom RND haben herausgefunden, dass ein Kind bis zum 18. Lebensjahr seine Eltern durchschnittlich etwa 165.000 Euro kostet. Wow. Da tragen Sie eine ordentliche finanzielle Belastung. Und ich vermute, die Geschenke zu Geburtstagen sind hier nicht mal mit eingerechnet.
Mein Patenkind wurde neulich 11 Jahre alt – oder wie sie sagt: „Endlich Hogwarts-Alter.“ Da kamen zwar viele, viele Geschenke von Familie und Freunden zusammen, aber leider noch keine Eule mit einem Brief aus der Zauberschule von Harry Potter. Ja, okay, mit quasi erwachsenen 11 Jahren ist ihr natürlich klar, dass dieser Brief wohl nie kommen wird. Aber die Vorstellung, die Vorstellung allein!
Kinder können an Fantasien kleben wie Kaugummi in den Haaren und sich so für etwas begeistern, dass wir Erwachsene es manchmal befremdlich bis anstrengend finden. Mir war lange Zeit auch nicht klar, dass man das ganze Jahr über seinen Geburtstag planen oder stundenlang mit glänzenden Augen über Ritterrüstungen reden kann. Oder Dinosaurier. Oder Pferde mit Flügeln. Oder Legobauwerke. Aber da gibt es so viel zu erzählen, und das unbedingt sofort, auf maximaler Lautstärke, in epischer Breite und bis ins allerkleinste Detail. Weil es doch einfach das ALLERBESTE ist! 
Diese Fähigkeit zur absoluten Aufregung geht mit der Zeit verloren – und das ist auch ganz gut so. Stellen Sie sich das mal unter Erwachsenen vor: Die Chefin kommt mitten am Arbeitstag vorbei, um Ihnen aufgeregt ins Gesicht zu schreien, dass der Spinosaurus aegyptiacus zwar einen schmaleren Kiefer, dafür aber viel kräftigere Vorderbeine hatte als der T-Rex. Der Kollege lädt Sie an 364 Tagen im Jahr neu zu seiner phänomenalen Geburtstagsparty ein und die Paketbotin hat Schnappatmung mit rotem Kopf, weil die Briefmarke so cool ist. Ja, nee. Lieber nicht.
Aber als Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel haben sie die wunderbare Chance, sich immer mal wieder von Ihren Kindern anstecken zu lassen. Mit kindlicher Begeisterung, meine ich! Lassen Sie sich ruhig öfter mal mitreißen nach Hogwarts, ins Mesozoikum, ins Land der Feen, in den Legobaukasten. Sie können sich zwar nicht aussuchen, worauf ihr Kind gerade abfährt, aber haben Sie doch gern öfter aufrichtiges Interesse an jedem Quatsch und sagen Sie ja zu allem. Ganz unironisch, ganz ohne pädagogischen Anspruch, mit null Komma null erwachsener Distanz – einfach, weil es Spaß macht.
Denn die allseits begeisternden Momente, die dann folgen – die sind wirklich unbezahlbar. Gönnen Sie sich.
Herzlichst
Ihre Juliane Groh
Redakteurin LVZ Familie

Wochenend-Tipp

Familien – obwohl sich die einzelnen Mitglieder oft sehr ähnlich sind, unterscheiden sie sich doch maßgeblich. Abziehbilder sucht man meist vergebens. Das sorgt für Stimmung. In jeglicher Hinsicht. Sebastian Meschenmosers Bilderbuch „Gordon und Tapir“ beschäftigt sich einfühlsam und humorvoll mit der Akzeptanz von Andersartigkeit und dem Familienthema Nummer 1: Ordnung und Unordnung. Am Theater der Jungen Welt kommt die Geschichte rund um die Möglichkeit, jeden so zu mögen wie er ist, in einer Inszenierung fürs Puppentheater auf die Bühne. Kinder ab 4 Jahre erleben in der 45 Minuten langen Vorstellung wie das wohl geordnete Leben von Pinguin Gordon mit dem Einzug des neuen Mitbewohners Tapir ins Chaos stürzt. Zu sehen ist das Stück Samstag und Sonntag jeweils um 16 Uhr. Karten gibt’s hier.
Wenn Pinguin Gordon und Tapir im gleichnamigen Stück aufeinandertreffen, wird es turbulent. Foto: Tom Schulze
Wenn Pinguin Gordon und Tapir im gleichnamigen Stück aufeinandertreffen, wird es turbulent. Foto: Tom Schulze
Weitere Tipps:
Dieses Wochenende steht ganz im Zeichen des Puppentheaters. Neben „Gordon und Tapir“ zeigt das Theater der Jungen Welt außerdem „Geschichten vom kleinen König“ (Freitag um 10 und 16 Uhr, Sonntag um 11 Uhr) für Kinder ab 3 Jahren. Im Puppentheater Sterntaler wird„Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“ aufgeführt (Freitag um 16 Uhr, Samstag um 11 Uhr, Sonntag um 11 und 16 Uhr). Im Haus Steinstraße zeigt das Puppentheater tron-ton-ton ein „Schneeverzaubertes Märchen“ (Sonntag um 16 Uhr).
Buch-Tipp

Cover des Buches „Ich bin aber noch kein bisschen müde“, erschienen in der dtv Verlagsgesellschaft
Cover des Buches „Ich bin aber noch kein bisschen müde“, erschienen in der dtv Verlagsgesellschaft
Anu Stohner (Autorin), Henrike Wilson (Illustratorin): „Ich bin aber noch kein bisschen müde“: Schlafenszeit! Pustekuchen… Nur weil Mama und Papa der Meinung sind, dass das Kind nun ins Bett gehört, muss das noch lange nicht so sein. Da unterscheiden sich kleine Menschenkinder von Tierkindern kein Stück. Geschichte vorlesen, singen, kuscheln – es hilft alles nichts. Der Schlaf scheint in weite Ferne gerückt. Papa und Mama Murmeltier in Anu Stohners großformatigem Bilderbuch wissen nicht weiter. Und so ziehen sie los und fragen die anderen Tiere des Waldes: Doch all die Tipps von Fuchs, Hase, Bär, Fledermaus und Co. scheinen nicht so recht zum kleinen Murmeltier zu passen. Eine andere Lösung muss her. Und die offenbart sich plötzlich auf eine eigene, ganz individuelle Weise. Ein tolles Buch für kleine Nachteulen ab 3 Jahren, das ihnen und ihren Eltern zeigt, dass sie nicht alleine sind auf ihrem manchmal herausfordernden Weg ins Traumland. Die Illustrationen sind großflächig, einfach zu erfassen und äußerst stimmungsvoll. Einzig das sehr große Format erschwert das Blättern mit einem kleinen Menschen auf dem Schoß. Auch der vollständig am unteren Seitenende platzierte Text ist so etwas schwer lesbar. Wenn man sich damit arrangiert, eignet sich das Buch aber wunderbar als Lektüre vor dem Zubettgehen.
Von Patricia Liebling
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Neues aus dem Familienleben auf Twitter

Frau Nabitte
Die weltallerbeste Kindersitterin und Nachbarstocher hat für K3 die Geburtstagstorte gebacken. https://t.co/FKZiJVT94x
FamilienLabor ☢
Wir spielen ein Spiel.

Tochter (9): „Wenn ich gewinne, dann muss ich 1x nicht die Spülmaschine ausräumen!“
„Du räumst doch sowieso nie die Spülmaschine aus, wenn wir es wollen.“
„Gut, dann einmal NICHT Motzen, wenn ich die Spülmaschine NICHT ausräume!“

Okay…
Fräulein Karlsson
Ich:"Ich weiß, du bist traurig und wütend, weil du noch Gummibärchen möchtest.
Kind (3) mit vernichtendem Blick:"Ich bin nicht wütend, weil eins MÖCHTE, sondern weil ich KEINS KRIEGE!"
- rhetorisch unterlegen bin ich in 3-2-1 😅🥰
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