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Jugendschutz 2021, Leipzig hilft Kindern, Buch-Verlosung

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Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,
erinnern Sie sich noch, wann sie das erste Mal ohne Ihre Eltern abends ausgegangen sind? Ich erinnere mich noch recht gut. Viel witziger ist aber die Geschichte, wie ich mit 14 das erste Mal mit Freundinnen ausgehen wollte, meine Mama dagegen war und es mir ausredete – ohne es direkt zu verbieten. Sie argumentierte damit, ich sei zu jung. Natürlich antwortete ich, dass meine Freundinnen aber doch auch gehen dürften. Da kam meine Mama mit dem Gesetzgeber um die Ecke: „Ich bin für dich verantwortlich, so spät unterwegs sein ist in deinem Alter nicht erlaubt …“ Ließe sie mich lange ausgehen, mache sie sich strafbar, sagte sie mir. Das klang arg. Strafbar! Und ich wäre schuld.
Keine Ahnung, was ich damals genau dachte, was passieren würde, würde ich „illegal“ ausgehen. Die Polizei, die mich um 23.30 Uhr draußen aufgreift, nach Hause bringt und meine Mama verhaftet? Wohl kaum. Immerhin, ihre Argumentation machte ausreichend Eindruck auf mich, so dass ich vorerst vom Ausgehen absah. Schließlich wollte ich nicht, dass meine Mama Ärger bekommt. Rückblickend muss ich darüber schmunzeln und kann nur sagen: Chapeau, Mama, das war ein cleverer Schachzug.
In der Tat gibt es im Jugendschutzgesetz sehr konkrete Vorgaben dazu, was Kinder und Jugendliche in welchem Alter tun dürfen und was nicht. Neben Ausgehzeiten, Alkoholkonsum und Arbeitstätigkeit sind dort zum Beispiel auch Altersfreigaben für Filme und Computerspiele geregelt. Die FSK- und USK-Angaben kennen wir alle. Sie können eine gute Orientierung sein, die ich bereits genutzt habe, als meine Tochter noch klein war. Eine Sechsjährige akzeptiert ein „Oh, das ist ab zwölf, das ist noch nichts für dich“ allerdings auch besser als eine Heranwachsende, die doch unbedingt blutrünstige Vampirfilme für Erwachsene schauen möchte. Oder es zumindest gern versuchen würde.
Wie immer in Erziehungsfragen sollten wir Eltern aber auch hier mit Augenmaß vorgehen bei Erlaubnissen und Verboten. Wir alle haben unsere eigenen Vorstellungen, was gut und richtig ist, und wissen, was wir unseren Kindern schon zumuten können oder wollen und was nicht.
Denn nur weil etwas vom Gesetzgeber erlaubt ist, heißt es nicht, dass wir Sorgeberechtigten es unseren Kindern ebenso erlauben müssen. Ganz ehrlich, auch wenn der Konsum von Bier und Wein unter Aufsicht der Eltern ab 14 Jahren erlaubt ist, sehe ich meine Tochter demnächst noch nicht mit mir Rotwein trinken. Dafür darf sie mit mir alte „Akte X“-Folgen gucken – obwohl die Serie teilweise als FSK16 gekennzeichnet ist.
Abschließend möchte ich Sie heute noch auf die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ aufmerksam machen. Die Stiftung wurde 2009 unter anderem von der Leipziger Volkszeitung gegründet. Um die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder und ihre Familien zu mildern, möchte „Leipzig hilft Kindern“ ein Sommerprogramm auf die Beine stellen. Über das Engagement der Stiftung, dringend benötigte Spenden und das geplante Sommerprogramm sprach meine Kollegin Gina Apitz mit der Vorsitzenden Claudia Nerius. Mein Kollege Bastian Schröder hat derweil das Anti-Gewalt-Projekt „Bauen statt hauen“ in Grünau besucht. Schauen Sie doch gleich mal in die ersten Artikel rein – und wenn Sie können: Wir würden uns sehr über Ihre Unterstützung für die Stiftung und das Sommerprogramm freuen.
Es grüßt Sie herzlich
Susanne Reinhardt
Redakteurin LVZ Familie

Foto: cottonbro/Pexels
Foto: cottonbro/Pexels
Wochenend-Tipps

Spiel’ mit uns: Am Samstag darf von 10 bis 13 Uhr auf dem St.-Michael-Plateau des Völkerschlachtdenkmals gespielt werden – und zwar Riesenmemory. Es gilt, sich 36 Motive einzuprägen, die sich rund um die Geschichte des Denkmals drehen. Für die Gewinner gibt es kleine Preise. Ohne Voranmeldung und kostenfrei. Treffpunkt ist an der Denkmalskasse.
Märchenhafte Premiere: Vergangenen Sonntag spielte das Wetter nicht mit – deshalb heißt es an diesem Sonntag Vorhang auf für „Des Kaisers neue Kleider“ der eheähnlichen Theatergemeinschaft „Kaninchenkatze“, jeweils um 14 und 16 Uhr im Richard-Wagner-Hain. Geeignet für Kinder ab 5 Jahren. Bitte Decken und Sitzgelegenheiten mitbringen zum Platz hinterm Sommercafé Zierlich Manierlich. Karten gibt es telefonisch unter 0341 2237 552 oder per E-Mail.
Fotografie: Das 9. f/stop – Festival für Fotografie reagiert mit dem Motto Trust / vertrauen auf die neue Zukunft. Vom 25. Juni bis 4. Juli gibt es Online-Veranstaltungen, die Ausstellung f/stop Satelliten im gesamten Stadtgebiet und auf dem Festivalgelände der Baumwollspinnerei, Halle 12. Eine Führung durch die Hauptausstellung (geöffnet täglich von 12 bis 21 Uhr) mit Kuratorin Nina Strand (in englischer Sprache) findet am Sonnabend 15 Uhr statt. Bitte vorab reservieren! Der Eintritt ist frei.
„Leipzig hilft Kindern“ – Spendenaktion

Leipzigs Kinderstiftung sucht dringend nach neuen Spendern
Nach den Corona-Lockdowns: Wie geht es Leipziger Kindern und Familien?
Bauen statt hauen: Gewalt verhindern mit dem Holzhammer
Buch-Tipp der Woche

Blick ins Buch „Versuchen“, Adrian Verlag
Blick ins Buch „Versuchen“, Adrian Verlag
Kobi Yamada (Autor), Elise Hurst (Illustratorin): „Versuchen“: „Wenn man nichts ausprobiert, gibt es weniger zu erleben, weniger zu lieben und weniger zu lernen.“ Diesen wunderbaren Satz lässt Autor Kobi Yamada einen seiner Protagonisten, einen alten Bildhauer, in „Versuchen“ sagen. Vielleicht ist es einer der intelligentesten, wahrsten Sätze, den ich in letzter Zeit in einem (Kinder-)Buch gelesen habe. Wir alle versuchen immer wieder neue Dinge. Manchmal gelingen sie uns, manchmal scheitern wir. Manchmal versuchen wir es mehrmals und scheitern immer wieder, bis wir aufgeben – oder es doch irgendwann schaffen. Egal, wie ein Versuch ausgeht, wir lernen auf jeden Fall mit jedem Versuch etwas dazu. Wir werden reicher an Erfahrungen und wir wachsen – manchmal sogar über uns hinaus. Wie wichtig diese Erfahrungen sind, vermittelt dieses bezaubernde Buch auf sehr einfühlsame, leise Art am Beispiel eines Jungen, der ebenso großartige Kunst schaffen möchte wie der alte Bildhauer und dabei mehr als einmal mit sich hadert.
„Versuchen“ zeigt auch, dass wir nicht nur selbst versuchen sollten, sondern wie wichtig es ist, andere Menschen bei ihren Versuchen zu begleiten und zu bestärken. Eine schöne Botschaft, nicht nur für Kinder: Du kannst vielleicht nicht alles schaffen, aber du solltest es zumindest probieren.
Das Buch geht nicht nur ans Herz, es ist auch ein Augenschmaus: Die gefühlvolle Geschichte wird durch die zarten Illustrationen von Elise Hurst komplettiert. Ihre feinen Zeichnungen, bis auf wenige farbige Akzente in schwarz-weiß gehalten, führen unaufdringlich und fast verträumt durch „Versuchen“. Ein zauberhaftes Bilderbuch für Kinder ab 6 Jahren.
Von Susanne Reinhardt
Verlosung: „Versuchen“

LVZ Familie verlost 4 Exemplare des Buches „Versuchen“ von Kobi Yamada unter den Lesern und Leserinnen dieses Newsletters. Wer gewinnen möchte, sendet bis 30. Juni 2021 eine E-Mail mit dem Betreff „Versuchen“ und seiner Postadresse an familie@lvz.de.
Die Bücher werden unter allen Einsendungen ausgelost. Die Gewinner und Gewinnerinnen werden benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Infos zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie hier.
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Ann Wältin
Als Juristin unterstütze ich die Ehe für alle, denn es bedeutet auch gleichzeitig die Scheidung für alle.
Frau Chaos ⚓
Auf diesem Account wird es in Zukunft wohl öfter 🌈 Content geben.

K1 hat sich(vor Wochen schon) als Bi geoutet und neulich auch offiziell bei der Familie. 😊

Ich bin so stolz auf sie - auch wenn sie in der Schule gerade Gegenwind bekommt! ♥️🌈

#Pride2021
#PrideMonth 🏳️‍🌈
FamilienLabor ☢
Tochter (8): „Mama, der Konstantin ist Fan von Werner Bremen. Wer ist das?“

Der ist bestimmt verwandt mit Armin Bielefeld.
Marcus Richter
Ich glaube ich war seit dem Abitur nicht mehr so froh, dass ein Schuljahr vorbei war.
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