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LVZ Familie - Angst als Begleiter, Selbstbewusstsein als Schutz

Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser, im heutigen Newsletter-Text wollte ich Si
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Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,
im heutigen Newsletter-Text wollte ich Sie vorrangig über den Familienkompass - eine sachsenweite Umfrage - informieren, der gerade ausgewertet wird. Doch ein Thema hält Leipzig seit Dienstagmorgen in Atem, sodass ich es voranstellen muss: die versuchten Kindesentführungen in Paunsdorf. Inzwischen wurde ein tatverdächtiger Mann festgenommen. Er befindet sich seit Mittwochabend in Untersuchungshaft. Die Chronologie der Geschehnisse hat mein Kollege Frank Döring hier noch einmal zusammengestellt.
Der schnelle Fahndungserfolg lässt aufatmen. Aber die Sorge um unsere Kinder bleibt. Sie ist immer da. Sie wächst gar mit zunehmender Selbstständigkeit der Kinder. Von klein auf sprach ich mit meiner Tochter über das Verhalten fremden Menschen gegenüber. Ich warnte, mit niemandem mitzugehen, auch nicht für Süßigkeiten oder Buntstifte. Lieber wegrennen. Laut „Nein!“ brüllen. Schreien, treten, kratzen, beißen… Schlimm, dass wir solche Gespräche führen müssen. Aber es ist nötig. Auch wenn solche Taten wie in Paunsdorf nur selten vorkommen, so sollten unsere Kinder doch so gut es geht vorbereitet sein. Auch jetzt sprach ich wieder mit meiner Tochter über „seltsame“ Situationen mit fremden Menschen und wie sie am besten reagieren sollte.
Meine Tochter hatte selbst das Gespräch gesucht. Sie hatte in der Schule von den versuchten Entführungen gehört und machte sich Sorgen. Derartige Geschehnisse machen Angst, uns Erwachsenen aber erst recht den Kindern. Was solche Vorkommnisse psychisch bei Kindern auslösen können, wie Eltern reagieren sollten und wie sie unterstützen können, darüber hat meine Kollegin Patricia Liebling mit dem Leipziger Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Kai von Klitzing gesprochen. Zudem hat sie zehn Tipps zur Gefahrenabwehr für Eltern und Kinder zusammengestellt, Sie finden sie hier.
Und ja, ich würde meine Tochter gerade am liebsten wieder überall hinbringen und abholen. Ihrer Selbstständigkeit und ihrem Selbstbewusstsein würde diese ängstliche Reaktion meinerseits jedoch nicht gut tun. Ich versuche, meine Tochter mit Gesprächen und Verhaltens-Tipps zu stärken. Und wenn sie es möchte, begleite ich sie natürlich. Ansonsten atme ich tief, lasse sie gehen, und hoffe, dass sie wie gewohnt wohlbehalten zurück nach Hause kommt. 
Mit dem eigenen Zuhause versuche ich nun, den Bogen zum oben bereits angesprochenen Familienkompass zu schlagen. Etwa 15.000 Familien haben sich an der sachsenweiten Umfrage beteiligt, die Wohnsituation war eines der abgefragten Themen. Der Familienkompass ist die bislang größte Umfrage zur Familienfreundlichkeit im Freistaat, die Leipziger Volkszeitung, Sächsische Zeitung, Freie Presse und die Evangelische Hochschule Dresden ausgewertet haben. Mit den Noten 1 bis 5 konnten zum Beispiel die medizinische Versorgung, die Zufriedenheit mit Schule und Kita, aber auch die Mietpreise bewertet werden. Auch die Wünsche sächsischer Familien und Zukunftschancen wurden thematisiert. Die Ergebnisse der Befragung werden in den kommenden vier Wochen auf lvz.de und in der gedruckten LVZ veröffentlicht. Die ersten Artikel finden Sie hier im Newsletter verlinkt und weitere unter lvz.de/familie/familienkompass.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, insbesondere, dass Ihre Lieben immer wohlbehalten nach Hause kommen.
Herzlichst
Ihre Susanne Reinhardt
Redakteurin LVZ Familie

Wochenend-Tipps

Hier dreht sich alles um die Kleinmesse. Foto: Christian Modla
Hier dreht sich alles um die Kleinmesse. Foto: Christian Modla
Wer bisher noch keine Pläne für das Wochenende hat, dürfte sich über die schiere Vielfalt der Veranstaltungen in Leipzig freuen. Ob mit oder ohne Kinder – LVZ Familie hat einige Veranstaltungen herausgesucht, die einen Besuch lohnen.
Für alle, die es laut mögen: Live-Musik und noch dazu für einen guten Zweck? Da kann man schon mal genauer hinhören. Die Leipziger Bands Schwarzkaffee, Tetrête und Die Griffins betreten am Freitag ab 18 Uhr die Bühne auf der Terrasse der Moritzbastei und unterstützen damit genau jene Location. Bei diesem Benefizkonzert gibt’s Ska, Punk und Funk auf die Ohren. Tickets sind zum Beispiel hier erhältlich.
Für alle, die ein Herz für Prinzen haben: Ein Mann haucht gleich einem Dutzend Figuren Leben ein. Zu erleben ist das am Sonntag um 19 Uhr im Budde-Haus beim Theaterstück „Der kleine Prinz“ nach dem gleichnamigen weltberühmten Buch von Antoine de Saint-Exupéry. Wer nicht weiß, worum es geht: Da ist ein Pilot, der mitten in der Wüste eine Panne mit seinem Flugzeug hat. Plötzlich steht ein Kind vor ihm. Das Kind kommt von weit her und sein Weg in die Wüste steckt voller Abenteuer, Begegnungen und Abschieden. Gemeinsam mit dem Piloten können Kinder ab 6 Jahre und Erwachsene das Märchen noch einmal neu kennenlernen. Dauer: 90 Minuten. Es wird empfohlen, vorab Karten zu reservieren – telefonisch unter 0341 90960037 oder per E-Mail. Als Eintritt wird ein freiwilliger Solidaritätspreis verlangt, der über dem regulären Ticketpreis liegen sollte (12/9 Euro).
Für alle, die es turbulent mögen: Zahlreiche Attraktionen – darunter auch neue und spektakuläre – säumen die nach Zuckerwatte, Kräppelchen, Waffeln und gebrannten Mandeln duftenden Gassen des Festplatzes am Cottaweg an diesem Wochenende. Richtig: Es ist Herbstkleinmesse. Der Trubel startet um 14 Uhr und endet Freitag und Samstag jeweils um 23 Uhr, Sonntag um 22 Uhr.
Empfehlungen für Ausflüge, Veranstaltungen und mehr in Leipzig und der Region erhalten Sie im Freizeit-Newsletter der LVZ „Frische Luft”.
Familienkompass

Familienkompass 2020: 101 Fragen zur Lage der Familien in Sachsen
Wo fühlen sich Leipzigs Familien am wohlsten?
Buch-Tipp der Woche

Blick ins Buch „Die Schule der magischen Tiere“. Carlsen Verlag
Blick ins Buch „Die Schule der magischen Tiere“. Carlsen Verlag
Margit Auer (Autorin), Nina Dulleck (Illustratorin): „Die Schule der magischen Tiere“
Oh, wie hätte ich mir als Schulkind so etwas gewünscht: In der Buchreihe „Die Schule der magischen Tiere“ von Autorin Margit Auer erhalten die Schülerinnen und Schüler einer Klasse der Wintersteinschule nach und nach magische Tiere, die sprechen können. Wenn Erwachsene in der Nähe sind, scheinen sie wie einfache Plüschtiere, doch sobald die Luft rein ist, geht die Post ab: Ida, Jo oder auch der anfangs fiese Silas erleben mit ihren Klassenkameraden und natürlich den magischen Tieren viele Abenteuer mit Höhen und Tiefen und allbekannten Problemen, die jeder selber aus der Schule kennt. Ein toller Kniff der Geschichten: Die Tiere von Rabbat, dem Fuchs, über Henrietta, der Schildkröte, bis hin zu Rick, dem Krokodil, helfen ihrem jeweiligen Kind, mit den eigenen Schwächen umzugehen. So wird unter anderem der aufbrausende Silas ausgeglichener und lernt, dass Angeberei nicht alles ist. Robbe Mette-Maja wiederum hilft Hatice, ihre Angst vor dem Wasser zu überwinden. Mein Sohn konnte nicht genug bekommen von den zehn Bänden der Hauptreihe sowie den fünf Bänden der Spin-Off-Reihe „Die Schule der magischen Tiere – Endlich Ferien“. Am liebsten bekam er es aber vorgelesen. Die Bücher sind für Kinder ab etwa acht Jahre, je nach Interesse aber auch für jüngere Kids. 
Von Thomas Bothe
Wenn Sie oder Ihre Kinder auch eine Buchempfehlung für unsere Leser haben, schreiben Sie uns an familie@lvz.de. 
Am Freitag in der Leipziger Volkszeitung

Alles für Familien – das Zeitungs-Spezial für die ganze Familie
Das Beste für Familien aus LVZ und RND

Klinik-Direktor: „Die Kinder haben schmerzhaft erfahren, dass die Welt Gefahren birgt“
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Corona-Herbstferien ohne Langeweile: Freiluftabenteuer für Kinder
Basteln mit Kindern im Herbst: Das lässt sich aus bunten Blättern machen
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Leben mit Peng
K1: „Mama, wo ist die Kaka im Körper? Im Bauch? Oder im Kopf?“

Bei manchen so, bei manchen so, mein Sohn.
Der Doppeldaumenmann
Weltgeschichte im Kopf von Kind2:

- Anfang (irgendwas mit Weltraum)
- Vulkane
- Dinosaurier
- Oma & Opa
- Pyramiden
- Mama & Papa
- Häuser und Autos
- Letzte Woche Fahrrad gefahren
- Gestern Kastanie gefunden
- Frühstück
Gebbi Gibson
Schweißgebadet aufgewacht, weil ich im Traum meinen Kumpels auf ihren Fahrrädern nicht folgen konnte, weil ich nur Dreirad fuhr. Das kam gestern in der "Sendung mit der Maus" vor, ich darf abends nicht mehr so aufreibendes Zeug mit den Kindern schauen.
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