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LVZ Familie - Der Termindruck kehrt zurück

Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser, ja, die Corona-Zeit ist kacke. Da lässt s
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Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,
ja, die Corona-Zeit ist kacke. Da lässt sich auch nicht viel um den heißen Brei herum reden. Die Jobsicherheit hat rapide abgenommen, Kunst und Künstler kämpfen um ihre Existenz und über die schwierige Situation in Sachen Homeschooling und Notengebung an Leipziger Schulen hat meine Kollegin Simone Liss bereits vergangene Woche geschrieben.
Aber eines konnten meine Familie und ich tatsächlich genießen: den leeren Terminkalender. Im Normalmodus kämpfen wir uns Woche um Woche durch einen Wust an Zeiten, die es einzuhalten gilt. Von Arztterminen und Ergotherapie über Hockeytraining und Druckkurs bis hin zu Treffen mit Freunden und Wochenenden bei den Großeltern, dazu Arbeitstreffen und Kundengespräche - keine Ahnung wie wir das alles immer hinbekommen (ein großes Dankeschön an meine Frau für ihren Überblick!).
Ab Mitte März war dann plötzlich alles anders. Meine beiden Söhne waren zu Hause, Freunde und auch “Oma-Opa” waren tabu, und wir genossen die Zeit zu viert, spielten zu Hause alles, was uns in die Hände kam, und unser Kleingarten war dank unzähliger Nachmittage voll Unkrautjäten und Anpflanzen in einem 1a-Zustand!
Irgendwann häuften sich aber die Beschwerden meiner Jungs. Die Aussage “Sch…-Corona” fiel immer dann, wenn wieder etwas nicht erlaubt war. Auch Unter-Zehn-Jährige haben scheinbar eine Schmerzgrenze! Deswegen versuche ich, es zu genießen, dass meine Söhne wieder unterwegs sind, dass der Neunjährige nun schon alleine zum Hockey fährt und der Fünfjährige in den Schwimmkurs gehen kann. Auch wenn die Alltagsorganisation mich hin und wieder in den Wahnsinn treibt.
Aber es hat eben auch Positives: Die Angebote für Kinder und Jugendliche, die Konzerte, Theater und Kinovorführungen nehmen wieder zu, wie Sie unserem Veranstaltungskalender der Woche für Familien oder den - dieses Mal sehr kulturellen - Wochenend-Tipps entnehmen können.
Lehnen Sie sich zurück und schauen Sie sich an, was Leipzig alles wieder zu bieten hat. Und, auch das hat mich die Corona-Zeit gelehrt, vielleicht sagen Sie einfach auch mal nein zu einem Treffen oder Termin. Spielen Sie etwas zu Hause und mit Ihren Kindern. Oder machen einfach mal gar nix…
Ist bei Ihnen der Alltagsstress schon wieder zurückgekehrt? Oder halten Sie den Terminkalender weiterhin leer? Schreiben Sie uns gern, wie es Ihnen und Ihrer Familie im Moment ergeht an familie@lvz.de.
Herzlichst,
Thomas Bothe
Redakteur LVZ Familie

Volle Kanne Kultur: Wochenend-Tipps für Familien

So schön ist der Hörspielsommer... Foto: André Kempner
So schön ist der Hörspielsommer... Foto: André Kempner
So langsam kommt der Kulturbetrieb nach dem coronabedingten Dornröschenschlaf wieder auf Touren. Die Kulturschaffenden in Leipzig zeigen an diesem Wochenende, was wir in den vergangenen Monaten vermisst haben. Unsere Wochenend-Tipps zum Hören, Sehen und Fühlen. Wichtig: Vor den Veranstaltungen über die jeweiligen Hygieneregeln informieren, Mund-Nasen-Schutz nicht vergessen.
Auf die Ohren: Was wäre ein Sommer in Leipzig ohne den Leipziger Hörspielsommer? Vom 4. bis 12. Juli lädt die 18. Auflage dieses Audio-Schmuckstückes in den Richard-Wagner-Hain ein. Das Programm ist gewohnt vielfältig und bietet für jedes Alter etwas an. Für jüngere Kinder zum Beispiel nachmittags “Alice im Wunderland”, für Jugendliche und Erwachsene am Abend unter anderem “A Woman`s Work”. Der Eintritt ist frei.
Für die Tanzbeine: Im Budde-Haus in Gohlis geht es am Samstag von 15 bis 18 Uhr bei der Kinderdisco „Flotte Tanzbeinchen“ rund. Und das geht so: Die Eltern sitzen im Biergarten und die lieben Kleinen hotten unter freiem Himmel zu ihren Lieblingshits ab. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.
Für die Augen: Es muss ja nicht immer nur was für Tagaktive sein. Wie wäre es dann mit einer abendlichen Open-Air-Kinoeinlage für die ganze Familie – vielleicht auch mit älteren Kindern? Seit dem 12. Juni läuft auf der Parkbühne im Clara-Zetkin-Park der „LVZ Kultur Sommer 2020".
Die weiteren Tipps fürs Wochenende gibt es hier:
Auf in ein kulturelles Wochenende
Buch-Tipp der Woche

Blick in "Die Hexe, die sich im Dunkeln fürchtete", Hinstorff Verlag
Blick in "Die Hexe, die sich im Dunkeln fürchtete", Hinstorff Verlag
Constanze Spengler „Die Hexe, die sich im Dunkeln fürchtete“: Eine weise, unerschrockene Hexe lebt mit einem vorlauten Zauberspiegel im Wald. Sie hat vor nichts Angst. Eigentlich. Doch die Hexe fürchtet sich vor der Dunkelheit. Eines Tages beschließt sie, diese Angst wegzuhexen. Um an die Zutaten für den Hexenspruch zu gelangen, muss sie zahlreiche Abenteuer bestehen – im Dunkeln. Dabei trifft sie ein Schlossgespenst und die Graphithexe, taucht auf den Grund des Schwarzen Sees und freundet sich mit einer Kröte an. Mit bezaubernden Sprachbildern und viel Humor hat Constanze Spengler ein einfühlsames Buch über eine typische Kinderangst geschrieben und illustriert. Sie zeigt Kindern damit, dass jeder vor irgendetwas Angst hat, auch „große“ Menschen und Hexen, und dass sich Fürchten in Ordnung ist. Aber vor allem zeigt sie: Mit guten Freunden muss man vor nichts Angst haben. Nicht einmal vor der Dunkelheit.
Das Buch wird für Kinder zwischen vier und sechs Jahren empfohlen, eignet sich aber auch für ältere Kinder, die schon selbst lesen. Als ich diesen Buch-Tipp verfasste, sah meine Teenie-Tochter ihr schon lange beiseitegelegtes Kinderbuch und freute sich: „Oh, das fand ich früher so toll! Das war eines meiner Lieblingsbücher.“
von Susanne Reinhardt
Eltern-Geständnis

Kinder zu haben ist wundervoll. Meistens. Manchmal braucht man aber auch eine Auszeit oder macht Dinge im Geheimen. Was verbergen Sie vor Ihren Kindern? Schreiben Sie uns: familie@lvz.de
Als unser Sohn als kleines Kind zum Schlafen in sein Zimmer umgezogen ist, war mir anfangs nicht wohl dabei. Er schien mir so weit weg. Also habe ich, um ihm näher zu sein, mehrere Nächte vor seiner Tür auf dem Boden geschlafen. Auf der Isomatte. Das gleiche habe ich wieder gemacht, als wir die Schlupfsprossen aus seinem Bett entfernt haben. Ich wollte schauen, was er macht, wenn er wach wird und selbstständig aus seinem Bett steigen kann. Ist natürlich nichts passiert, er kam einfach nur zu uns ins Bett gekrabbelt.
Bruno K. aus Leipzig-Leutzsch
Vatertag: Über Diktatoren, Zuckertüten und genügend Schlaf

Grafik: Anne Bittner / Foto: Michael Bomke
Grafik: Anne Bittner / Foto: Michael Bomke
Von Christopher Resch
„Ich hab heute schlecht ausgeschlafen.“ O-Ton der Tochter. Dazu eine kritische Anmerkung, mehrere nüchterne Gedanken und eine Reflexion auf die kindliche Vernunft.
Die kritische Anmerkung: Ja, wenn du kleiner Dickkopf jeden Tag erst so spät ins Bett gehst, dann ist das auch kein Wunder. Herrgottnochmal! Gut, ich beruhige mich. Ich kann die kleine Dame ja verstehen. Es ist taghell bis abends um zehn, es sind immer noch Wörter in ihrem Kopf, die gesprochen werden müssen, und die Weltlage trägt nicht zur Beruhigung bei.
Übrigens, wo ich gerade „Dame“ schrieb: Sie hat mir verboten, in ihrer Gegenwart dieses Wort zu benutzen. Ebenso „Endspurt“ beim Zähneputzen. „Kleine Diktatorin“ ist noch erlaubt, aber vermutlich nur, weil sie nicht genau weiß, was ich damit meine. Oder wen.
Schweife ich zu sehr ab? Das liegt vermutlich daran, dass auch ich schlecht ausgeschlafen habe. Zu wenig Nachtschlaf ist der Konzentration nicht förderlich, der Mensch wird fahrig und kann nicht mehr scharf nachdenken. Unguter Zustand. Glücklicherweise scheint meine Tochter gegen ihn immun zu sein.
Denn sie kann sogar messerscharf denken, vor allem an sich und wenn es um die Schule geht. Bald in die erste Klasse zu gehen, hält sie als Vierjährige zurzeit für sehr erstrebenswert. Ich habe ihr erklärt, dass sie zur Einschulung natürlich auch eine Zuckertüte bekommt, und was sich darin alles so verstecken mag. „Und du kannst dann sogar ganz alleine entscheiden, wann du die Tüte aufmachst.“ Da hat sie ein Weilchen scharf überlegt und dann gesagt: „Ich mach sie sofort auf.“
Ein Hoch auf die kindliche Vernunft. Über das späte Ins-Bett-gehen müssen wir aber nochmal reden, wenn die Schule ansteht. Denn in die geht man am besten gut ausgeschlafen. 
Familienleben bei Twitter

Miss_Verständnis (🏡)
Die Vierjährige steht auf dem Klettergerüst und ruft "Mama, komm mal her, ich bin viel größer als du!"

Ich stell mich daneben und sage: "Super, jetzt kannst du mir auf den Kopf spucken."

Uhr glaubt es nicht. Sie hat es getan. DREI MAL!!!

Ich werde und werde nicht schlauer.
Inke Hummel
Die Teenietochter beim Open-Air-Kino im Dorf abholen wollen. Zu früh dran sein. Von ihr ohne Zögern dazu geholt werden, mitten unter die Freunde.
Pubertäts-gute-Eltern-Test bestanden.
Nora Imlau
Eltern-Lifehack: Den Kindern ein fancy Codewort für Medienkonsum beibringen. Unsere Gäste sind jedenfalls immer schwer beeindruckt, wenn unsere Kinder nach dem Essen fragen, ob sie sich jetzt ein wenig zurückziehen und tagträumen dürfen.
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Familienkompass Sachsen: Umzug aufs Land

Wie geht es Familien in Sachsen? Was bewegt Sie? Wie kinderfreundlich ist Ihre Kommune? Sind die Straßen kindersicher und ausreichend Kita-Plätze vorhanden? Um dies herauszufinden, gibt es die Umfrage zum Familienkompass. Machen Sie jetzt mit! Mit etwas Glück können Sie eine Familienreise an die Ostsee gewinnen.
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