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LVZ Familie - Die Online- und die Offline-Welt

Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser, meine Tochter hat einen ständigen Begleit
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Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,
meine Tochter hat einen ständigen Begleiter, er ist klein, leicht und für ihr junges Leben schier unverzichtbar: ihr Smartphone. Damit ist sie nicht allein. Im Jahr 2019 hatten ein Drittel der 8 und 9 Jahre alten Kinder ein Handy, bei den 10- und 11-jährigen waren es bereits Dreiviertel und ab 12 Jahren nutzten 95 Prozent aller Jugendlichen laut Statista ein Smartphone.
So viele tolle, spannende Möglichkeiten das Internet uns bietet, birgt es natürlich auch Gefahren. Dinge, vor denen ich mein Kind schützen möchte. Aber kann ich das überhaupt? Nein, sicher nicht. Genauso wenig kann ich sie aber im Straßenverkehr vor allen Gefahren schützen. Was ich tun kann, ist, meine Tochter für mögliche Gefahren im Internet zu sensibilisieren. So, wie ich das im „echten Leben“ auch tue.
Das A und O für mich bei der (Medien-) Erziehung sind miteinander reden und offen, unvoreingenommen zuhören. Mit Mut zur Lücke. Meine Tipps daher: Zeigen Sie Interesse. Lassen Sie sich zeigen, was ihr Kind im Internet tut und was es gerade bewegt. Das baut Vertrauen auf, stärkt die Bindung – und glauben Sie mir, man lernt erstaunliche Dinge kennen. Ich weiß zum Beispiel seit gestern, was Shuffle ist. Hat meine Tochter mir gezeigt, denn das sei gerade total angesagt. Aus dem Internet auf den Pausenhof und dann in unser Wohnzimmer. So unterschiedlich sind Online- und Offline-Welt nämlich gar nicht.
Wertvolle Tipps und Ratschläge zur Medienerziehung durfte ich mir kürzlich bei der Autorin und Medienexpertin Patricia Cammarata holen. Das Interview, das ich mit ihr geführt habe, finden Sie unten.
In dieser Ausgabe des Familien-Newsletters finden Sie neben den aktuellen Themen der Woche Tipps fürs Wochenende, diesmal exklusiv von meiner Kollegin Patricia Liebling für Sie zusammengestellt. Thomas Bothe hat sich für einen Sportarten-Check beim Rollstuhlrugby probiert und warum Christopher Resch „Baumarktmann“ werden soll, lesen Sie in seiner Kolumne „Vatertag“.
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.
Herzlichst,
Ihre Susanne Reinhardt
Redakteurin LVZ Familie

Abgetaucht in die Online-Welt...? Foto: natureaddict / Pixabay
Abgetaucht in die Online-Welt...? Foto: natureaddict / Pixabay
Unsere Tipps fürs Wochenende

Ein wechselhaftes Wochenende steht bevor. Ob Sonne oder Regen – das wird sich wohl erst kurzfristig zeigen. Und so haben wir für Sie Tipps für drinnen und draußen ausgewählt.
Botanischer Garten der Universität Leipzig. Foto: Susanne Reinhardt
Botanischer Garten der Universität Leipzig. Foto: Susanne Reinhardt
Einfach mal tief durchatmen:
„Nicht anfassen!“ – ein Satz, den Kinder viel zu oft hören. Und aktuell sollen sie auch noch Abstand halten. Das nervt. Im Duft- und Tastgarten des Botanischen Gartens der Universität Leipzig ist all das ausdrücklich erwünscht. Zumindest, wenn es um die zahlreichen Pflanzenarten geht. Flieder, Robinie, Rosen, Schneeball – ihre Düfte erfüllen den Garten. Pflanzenoberflächen, Blattränder, Blüten- und Fruchtstände dürfen erspürt werden. Geruchs- und Tastsinn werden hier gefordert und gefördert. Ebenso können große und kleine Besucher an Bambushalmen und Klapperfrüchten lauschen. Eine Erfahrung für die Sinne also.
Öffnungszeiten: täglich von 13-19 Uhr
Adresse: Liebigstraße 28, 04103 Leipzig
Anfahrt ÖPNV: Tram Ostplatz
Bildung, die Spaß macht:
Museum?!? Das klingt aber langweilig! Kann sein, muss aber nicht. Im Kindermuseum Unikatum sitzt bestimmt kein Kind gelangweilt auf der Bank und wartet darauf, endlich wieder gehen zu dürfen. Das Unikatum präsentiert wechselnde Mitmach-Ausstellungen für Kinder und Erwachsene. Das Anliegen: „begehbare Bilder“ zu gesellschaftlichen Themen zu gestalten, sodass diese von den Besuchern erspielt werden können.
Am Wochenende lockt das Museum übrigens mit einem Frühstücksangebot – um Anmeldung wird gebeten. Außerdem ist Samstag Familientag, Sonntag erwartet die Gäste zudem eine Geo-Sandbox und eine Schwarzlichtkammer. Langeweile im Museum? War gestern.
Öffnungszeiten: Freitag 14-18 Uhr; Samstag/Sonntag 10-18 Uhr
Adresse: Zschochersche Str. 26, 04229 Leipzig
Anfahrt ÖPNV: Tram Felsenkeller
Was Leipziger Familien jetzt wissen sollten

In Sachsens Schulen bleibt es wie es ist – mit kleinen Upgrades 
Streitpunkt „Sitzenbleiben“: So viele Schüler trifft es jedes Jahr in Sachsen
Dürfen Leipziger Abiturienten ihren Schulabschluss feiern?
Was uns gerade bewegt

Im vergangenen Newsletter kündigte ich Ihnen den Artikel meiner Kollegin Simone Liss zu Entbindungen in der Pandemie-Zeit an. Sie finden diesen sowie Wissenswertes für werdende Eltern hier:
Aufschrei im Kreißsaal: Mütter und Hebammen berichten von Geburten in Zeiten von Corona
Entbinden in Leipzig: Das müssen werdende Eltern gerade wissen
Familienkompass - jetzt mitmachen

Uns interessiert, wie familienfreundlich die sächsischen Kommunen sind, wie gut die Schulen, wie kindersicher die Straßen… Die Ergebnisse werden wir veröffentlichen und die Entscheidungsträger vor Ort damit konfrontieren.
Haben Sie schon bei der sachsenweiten Umfrage zum Familienkompass mitgemacht? Falls nicht, bitte hier entlang.
Sportarten-Check: Rollstuhlrugby...

... eine Mischung aus Autoscooter und Schach
Vatertag: Über Care-Arbeit, emanzipierte Männer und kleine Ärztinnen

Grafik: Anne Bittner
Grafik: Anne Bittner
Von Christopher Resch
„Mama, du sollst als Ärztin arbeiten. Und Papa, du … Trommelwirbel … als Baumarktmann.“ O-Ton der Tochter. Dazu drei Gedanken.
Ich befasse mich zwar gerne mit Baumärkten, bin aber nicht gerade ein Heimwerkerkönig. Meine Partnerin arbeitet viel und ist sehr gut in dem, was sie tut – aber Karriere ist ihr nicht so wichtig. (Ärztin ist sie übrigens auch nicht.) Und drittens: Ich halte mich durchaus für einen emanzipierten Mann.
Ich kann mittlerweile das Abendessen für die Familie selbst herstellen, ohne das Gefühl zu haben, mir für meinen Vorschlag eine Erlaubnis einholen zu müssen. Das musste ich auch vorher nicht, aber es war so in meinem Kopf verankert. Seltsam, oder? Wir laufen als aufgeklärte, moderne Väter durch die Welt – und haben Angst davor, dass die Partnerin den Abendverpflegungsvorschlag in der Luft zerreißt.
„Nudeln, Schatz?“ – „Scheidung?“
Dass in unserer Familie ein etwas größerer Teil der Care-Arbeit beim Mann landet, liegt an meiner Selbstständigkeit. Also der beruflichen. Weil ich zuhause arbeite, kann ich fleißig Wäsche waschen. Gesellschaftlich gesehen ist das immer noch die große Ausnahme, wie in der Corona-Krise deutlich wird: Sehr häufig sind es die Frauen, die zurückstecken müssen. Die in Teilzeit gehen, um dem Mann den Rücken freizuhalten – denn der verdient oft einfach mehr.
Es trifft also vor allem die Frauen, dass es noch immer keine unkomplizierte Unterstützung für Menschen gibt, die weniger verdienen, einfach weil die Kitas und Schulen verkürzt öffnen oder wie zuletzt sogar gänzlich geschlossen waren. Die Sinnhaftigkeit der Einschränkungen bezweifle ich nicht. Aber Deutschland war schon immer gut darin, mit warmen Worten zu erklären, dass Kindern und Familien die Zukunft gehört – und es dann bei den warmen Worten zu belassen. Das liegt womöglich daran, dass die Politik durch Experten- und Lobbygruppen beraten wird, die den Alltag von Müttern und ihren Stress schlicht nicht kennen. Siehe die Leopoldina-Akademie und ihre Stellungnahme zu den Schulöffnungen Mitte April. Richtig, das war die Gruppe mit Durchschnittsalter 60 und einem Frauenanteil von knapp acht Prozent.
Zurück zur Ärztin und zum Baumarktmann. Nachdem die Tochter mein zukünftiges Betätigungsfeld knapp umrissen hatte, griff ich zum Akkuschrauber und baute eine kleine Gartenbank. Auf dieser kann man es sich sogar akzeptabel bequem machen, was so viel bedeutet wie: Sie fällt nicht auseinander, wenn sich meine Tochter daraufsetzt.
Aber sie hat gerade meist Besseres zu tun. Sie spielt Ärztin.
Sie wollen mehr wissen? Gern!
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