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LVZ Familie - Erwartungen und Geständnisse

Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser, wenn wir einmal ganz ehrlich sind, haben
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Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,
wenn wir einmal ganz ehrlich sind, haben wir alle Erwartungen an unsere Kinder. Wir haben Wünsche und Hoffnungen. Wir machen uns Gedanken darüber, wie unsere Kinder sich entwickeln, welche Leistungen sie in der Schule erbringen, welchen Weg sie im Leben einschlagen werden. Diese Erwartungen können bis hin zur späteren Berufswahl, Partnerwahl und dem Wunsch nach Enkelkindern reichen. Manche Eltern vergessen dabei, dass ihre Erwartungen und Wünsche nicht unbedingt die ihrer Kinder sind.
Unsere Kinder setzen wir damit manchmal ganz schön unter Druck. Im Bestreben, das – unserer Meinung nach – Beste für sie zu wollen. Dieser Erwartungsdruck kann weitreichende Folgen für Kinder haben, Ängste und Unsicherheiten auslösen und lange anhalten, selbst im Erwachsenenalter noch relevant sein.
So wie beim Leipziger Familienvater Konstantin Reimann, mit dem ich in dieser Woche über sein Leben vor und nach dem Coming-out sprach. Er wusste früh, dass er schwul ist. Doch Homosexualität war in seiner Familie ein Tabu. Also führte er ein „ganz normales“ Familienleben mit Frau und Kind – bis er mit seiner Lebenslüge nicht mehr klarkam. Den ganzen Artikel können Sie hier lesen.
Aber, was ist denn nun tatsächlich das Beste für unsere Kinder? Nun, das werden wohl nur unsere Kinder beantworten können. Auf dem Weg, dieses “Beste” für sich selbst zu finden, können wir Eltern vor allem eines tun: unsere Kinder begleiten. Wir können ihnen Rat geben, Halt und für sie da sein, wenn nötig. Und im besten Fall sagen unsere Kinder irgendwann zu uns “ich bin glücklich”. Wäre das nicht wunderbar?!
In diesem Sinne, wenn Sie morgen die Zeugnisse Ihrer Kinder in der Hand halten, die eine oder andere Note vielleicht nicht Ihren Erwartungen entspricht, seien Sie nicht zu streng. Ihre Kinder ärgern sich vermutlich selbst darüber. Freuen Sie sich über gute Noten, darüber, dass dieses Schuljahr (endlich) vorüber ist und loben Sie sich gegenseitig, die Zeit des Homeschoolings geschafft zu haben. Und dann gehen Sie zusammen ein Eis essen. Wir werden das morgen auf jeden Fall tun.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern eine schöne, eine glückliche Ferienzeit!
Herzlichst,
Ihre Susanne Reinhardt
Redakteurin LVZ Familie

Wochenend-Tipps: Theatralisch, informativ, amüsant, köstlich

Das Figurentheater „Pettersson, Findus und der Hahn im Korb". Foto: Augsburger Figurentheater/Mario Maatz
Das Figurentheater „Pettersson, Findus und der Hahn im Korb". Foto: Augsburger Figurentheater/Mario Maatz
Hand- und Stabpuppen erwachen: Seit der Hahn Caruso auf dem Hühnerhof Einzug gehalten hat, ist nichts mehr so wie früher. Er macht Petterssons Kater Findus den Platz Nummer Eins auf dem Hühnerhof streitig. Liebevoll gefertigte Puppen und aufwendige Bühnenbilder lassen “Pettersson, Findus und der Hahn im Korb” lebendig werden. Ganz wichtig: Das Augsburger Figurentheater inszeniert das Puppenspiel interaktiv. Das heißt, die Kinder werden zum Mitmachen aufgefordert. Zu sehen ist das Stück Freitag bis Sonntag jeweils um 11 und 17 Uhr auf dem Gelände der Alten Messe gegenüber des Hit-Marktes.
Theater im Park: „Vom Fischer und seiner Frau” erzählt das gleichnamige Stück, das am Samstag ab 17 Uhr im weißen Zelt im Clara-Zetkin-Park zu sehen ist. Der Fischer sitzt am Meer und wartet auf seinen Fang. Da beißt ein wundersamer Fisch an und erfüllt dem Fischer und seiner Frau viele Wünsche. Worin die Erfüllung dieser Wünsche besteht, lässt sich mit jedem Gang zum Meer neu erahnen … Aus einer Holzkiste zaubern die Künstler Nicole & Martin das ganze Stück hervor: Das Meer, den langen Tisch im Schloss, das Königskleid und auch den großen Hut des Papstes. Eine spannende Reise von einem Wunsch zum nächsten! Das Stück dauert 60 Minuten und richtet sich an Kinder ab sechs Jahre. Am Sonntag steht an gleicher Stelle ab 11 Uhr “Das Mädchen ohne Hände” auf dem Programm.
Knödel gegen die Verschwendung: Das brasilianisch-kanadische Künstlerduo Chico Togni und Kadija de Paula spricht im Garten der Galerie für Zeitgenössische Kunst über die Ausstellung Zero Waste. Teil ihrer Installation ist eine mobile Küche, die die beiden mit und für das Gartenprojekt “Annalinde” Leipzig gebaut haben. Am Samstag wird diese aktiviert und mit zeitlosen Zero Waste-Rezepten mit lokalen Kräutern und kostbaren Resten eingeweiht. “Bringt einen Teller mit!”, animieren die Veranstalter. Parallel zur Zero-Waste-Küche startet eine geleitete Kräutertour und verarbeiten das Gesammelte zu einer Knödelbeilage. Die Veranstaltung läuft von 15 bis 19 Uhr und ist kostenfrei. Eine Eintrittskarte für die Ausstellung Zero Waste im Museum der bildenden Künste ist inklusive. Anmeldung unter akademie@annalinde-leipzig.de
Buch-Tipp der Woche

Blick in "Pippi Langstrumpf", Oetinger Verlag
Blick in "Pippi Langstrumpf", Oetinger Verlag
Astrid Lindgren „Pippi Langstrumpf“: 75 Jahre alt ist Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf in diesem Jahr geworden und heute noch die coolste Socke im Bücherregal. Muss man erstmal schaffen. Für das stärkste Mädchen der Welt ist das kein Problem, denn sie erscheint im Oetinger-Verlag für jede Generation immer wieder neu. Ich habe mit den kleinen blauen Büchern mit großer Schrift schon das Lesen geübt, heute gibt es von Katrin Engelking herrlich illustrierte Neuauflagen. An Pippi selbst ändert das nichts. Sie ist immer noch unangepasst und unvernünftig, nimmt die Schule nicht zu ernst, ist stets ein bisschen zu laut, absolut stilsicher, leidenschaftlich loyal, mutig, leichtfüßig und großherzig – also ein großartiges Vorbild für alle Kinder.                                          
Natürlich ist auch der dritte Band „Pippi im Takatukaland“ ein Produkt seiner Zeit und enthält durchaus problematische Elemente – diesen Teil kann man, wenn man möchte, also weglassen oder ihn zum Anlass nehmen, mit Kindern über rassistische Stereotype zu reden.
Von Juliane Groh
Familienkompass Sachsen: Karrierekiller Elternzeit?

Die Elternzeit ist für Väter immer noch ein Karrierekiller
Wie haben Sie die Elternzeit aufgeteilt? Was waren Ihre Beweggründe bei der Aufteilung? War nach der Elternzeit im Job wieder alles wie vorher oder hatten Sie Schwierigkeiten beim Neustart? Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen und würden sie gern, wenn gewünscht auch anonym, veröffentlichen. Schreiben Sie uns einfach an familie@lvz.de.
Wie geht es Familien in Sachsen? Was bewegt Sie? Wie kinderfreundlich ist Ihre Kommune? Sind die Straßen kindersicher und ausreichend Kita-Plätze vorhanden? Um dies herauszufinden, gibt es die Umfrage zum Familienkompass. Machen Sie jetzt mit! Mit etwas Glück können Sie eine Familienreise an die Ostsee gewinnen.
Eltern-Geständnis

“Ich schmeiße Stöcke und Steine und auch Kunstwerke, die künstlerisch nicht so wertvoll sind, einfach weg … nach einer angemessenen Rumliegezeit. Manche Kunstwerke hebe ich auch auf. Ich werfe alle Sachen weg, die einfach zu viel sind. Wenn mein Sohn fünfmal die Feuerwehr malt, hebe ich vielleicht eins davon auf. Das merkt er auch nicht.” Maria K., Leipzig-Lindenau
Kinder zu haben ist wundervoll. Meistens. Manchmal braucht man aber auch eine Auszeit oder macht Dinge im Geheimen. Was verbergen Sie vor Ihren Kindern? Schreiben Sie uns: familie@lvz.de
Verlosung: Eintrittskarten für Belantis - Das AbenteuerReich gewinnen

Foto: Belantis - Das AbenteuerReich
Foto: Belantis - Das AbenteuerReich
Wer Spaß, Abenteuer und Erholung sucht, auf den wartet der Familienfreizeitpark Belantis, der zahlreiche Unterhaltungsangebote für kleine und große Gäste bietet. Hier reist man mit der Familie durch Raum und Zeit und taucht ein in die Welt der Indianer, Ritter, Piraten, griechischen Götter und Pharaonen.
Wir verlosen ein Familienticket für vier Personen.
Alle Infos zur Teilnahme finden Sie hier:
Kolumne Vatertag: Kindlicher Egoismus und schöne Frauen

Grafik: Anne Bittner / Foto: Michael Bomke
Grafik: Anne Bittner / Foto: Michael Bomke
„Wir Frauen sind die schönsten Wesen!“ Ich weiß schon, wer der Adressat dieses Ausspruches meiner vierjährigen Tochter ist: ich. Der einzige Mann im Haushalt. Obwohl ich mich schon frage, warum sie sich ihrer Sache so sicher ist. Vielleicht bin da auch wieder ich der Grund – sie schaut mich an und denkt sich: Nee, das kann’s nicht sein. Da muss es doch was Schöneres geben! Und dann schaut sie in den Spiegel.
Aber vermutlich ist doch eher der kindliche Egoismus verantwortlich. Kinder sind herrlich Ich-bezogen. Das sieht man an Situationen wie neulich, als ihre beste Freundin zu Besuch kommen wollte. Beide freuten sich unbändig auf ihr Wiedersehen, hibbelten an der Haustür vor Freude auf und ab – und dann krachte es zwischen den beiden am laufenden Band. Jede Minute eine kleine Explosion, es war faszinierend.
Jede der beiden hatte wohl eine ganz genaue Spielidee im Kopf, die beste überhaupt, „ich bin die große Schwester, und du spielst…“ – und genau an diesem Punkt war’s vorbei. Die beste, tollste Spielidee der einen passte einfach nicht zur tollsten, besten Spielidee der anderen. Ein Dauerstreit, ein Trauerspiel.
Kinder müssen erst lernen, sich in ihr Gegenüber hineinzuversetzen. Theory of Mind heißt diese Fähigkeit. Zwischen drei und fünf Jahren lernen die Kleinen, auch die Gedanken und Überzeugungen der Anderen in ihr eigenes Denken einzubeziehen.
Ich bin sehr gespannt, was das für den September bedeutet. Denn dann zieht laut aktueller Planung ein weiteres Kind in unseren Haushalt ein. Ein Baby. Möglicherweise beginnen die Streitigkeiten schon kurz nach der Geburt, wenn das Baby nicht den Namen erhält, den die Vierjährige auserkoren hat. Aber wenn ich die bald Große so beobachte, wie sie Mamas Bauch streichelt, wie sie schon jetzt Geschenke für das Baby bereitlegt und großzügig auf ihr kleines Fahrrad verzichtet, dann bin ich guter Dinge.
Wie die Große wird auch die Kleine ein Mädchen. Und Frauen sind ja bekanntlich die schönsten Wesen. Auch innerlich.
Von Christopher Resch
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