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LVZ Familie - verklemmte Kinder und kuriose Namen

Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser, unverhofft kommt oft. Ansagen von Kindern
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Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,
unverhofft kommt oft. Ansagen von Kindern zum Beispiel. „Wenn man küsst, bekommt man Kinder! Die Christiane von unten hat drei Mal geküsst!“, verkündete mein Sohn als er vier war. Mein Einwand, dass die ganze Sache etwas komplizierter ist und mein Angebot, weitere Ausführungen dazu zu machen, wurden prompt abgeschmettert. Es war alles gesagt. Kleine Leute werden von großen Leuten gemacht. Mehr muss man nicht wissen. Gut. Dann kam der Tag, als Carola und Josi zu Besuch kamen. Die Erzieherinnen meines Sohnes – mittlerweile 5 – wollten sehen, wie wir zuhause sind. Ich reichte Kekse und Kakao. Dann wurde ich des Zimmers verwiesen. „Ich möchte mit Carola und Josi allein sein!“, sagte mein Sohn zu mir. Ich sagte daraufhin im Spaß: „Aber nicht küssen!“ Mein Sohn schaute mich entgeistert an und schüttelte den Kopf.
Als Kleinkind war mein Sohn ein Charmeur vorm Herrn: Keine Frau war vor ihm sicher. Er hat geflirtet und Komplimente gemacht – nicht von schlechten Eltern… Einen Bogen machte er aber um das Thema Sexualität. Doch seine Rechnung ging nicht auf: Auf der Grundlage der Sächsischen Verfassung nennt das Schulgesetz für den Freistaat Sachsen unter § 36 Abs. 1 Familien- und Sexualerziehung ausdrücklich „als eine Aufgabe der Schule, die Schülerinnen und Schüler auf das Leben in Partnerschaft und Familie vorzubereiten“. Geschlechtsmerkmale, Körperhygiene, Scham, Intimsphäre – auf den Freistaat war Verlass! Doch auf die Erstürmung unserer Wohnung durch das SEK oder den Kampfmittelräumdienst in brisanten Situationen mit expliziten Fragen wie „Mama, hast Du ein ordentliches Vorspiel?“ oder „Wonach schmeckt Sperma?“ oder „Wie ist es, wenn jeden Monat in Dir etwas explodiert?“ – leider nicht. In diesen Momenten hat mir Dr. Thaddäus Troll geholfen. Er hat 1974, ein Jahr vor meiner Geburt, ein wunderbares Aufklärungsbuch („Wo komm‘ ich eigentlich her?“) geschrieben – ohne Schmus, ohne Umwege, einfach, offen und ehrlich. „Für alle Eltern, die keine verklemmten Kinder wollen“, so Thaddäus Troll in seiner Widmung. Was ist ein Orgasmus? Was bedeutet Liebe machen und Empfängnis? Und was hat es mit dem klebrigen Saft auf sich? Thaddäus Troll hat aus nichts ein Geheimnis gemacht. Für meinen Sohn und mich eine Offenbarung. Noch heute schmunzeln wir, wenn wir dieses Buch sehen. Es hat einen festen Platz in unserem Bücherregal bekommen. Denn fürs Küssen ist man nie zu alt. Insofern wünsche ich Ihnen einen lebhaften, liebevollen, lustvollen Sommer!
Herzlichst
Ihre Simone Liss
Redakteurin LVZ Familie

Foto: SKD, Foto GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
Foto: SKD, Foto GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
Wochenend-Tipps für Code-Knacker und Märchen-Freunde

Auf Spurensuche:
Eine spannende Rallye für kleinere und größere Spezialisten bietet sich mit der Veranstaltung „Meisterdetektive“ am Freitag ab 17.30 Uhr. Treffpunkt: vor dem Museumsshop des Alten Rathauses. Dabei gilt es, alte Schriften zu entziffern, versteckte Schätze zu bergen, einen Kompass zu lesen, zu duschen ohne nass zu werden, berühmte Schulschwänzer zu entlarven, um die Ecke zu denken, aus Geschmack klug zu werden und Düfte zu deuten. Eine Aufgabe für echte Meisterdetektive. Dauer: etwa 90 Minuten. Kosten: mit Ferienpass 4 Euro, Erwachsene und Kinder ohne Ferienpass 6 Euro. Eine Anmeldung bei den Leipziger Stadtdetektiven ist nicht notwendig.
Märchenhaft:
Im Budde-Haus ist am Freitag im Skulpturengarten ab 16 Uhr die Märchen-Impro „Der gestiefelte Froschkönig aus dem Sack“ zu erleben. Das TheaterPack nimmt Märchenfreunde jeden Alters mit auf eine abenteuerliche Reise, bei der aus Erinnerungen und neuen Ideen Geschichten gestrickt werden – gemeinsam mit den kleinen und großen Gästen wird Bekanntes, weniger Bekanntes und spontan Erfundenes gespielt. Um Kartenreservierungen unter Telefon 0341 90960037 oder ticket@budde-haus.de wird gebeten. Eintritt: Es gilt aktuell ein Solidaritätspreis, um die Mindereinnahmen durch die begrenzten Plätze bei Veranstaltungen aufzufangen. Gäste sollten also mehr als die üblichen 7 beziehungsweise 5 Euro pro Person einplanen. Einlass: ab 15.30 Uhr.
Samstag geht es an gleicher Stelle ab 16 Uhr weiter mit „Schon wieder Rotkäppchen?“ - einem Sommertheater vom TheaterPack. Der Großvater möchte nicht zum tausendsten Mal „Rotkäppchen“ vor­lesen, aber Lieschen lässt nicht locker: Ihr Lieblings­märchen will sie hören. Wie immer. Auf Opas Idee, die Geschichte lieber zu spielen, protestiert die Enkelin: Zu zweit? Hier – ohne Wald, Wolf und so weiter? Klar, zu zweit. Alles, was sie brauchen, findet sich in Geräteschuppen, Spielkiste und ihrer Fantasie. Auch bei dieser Veranstaltung wird um Reservierung gebeten und es gilt ein Solidaritätspreis beim Eintritt. Tickets kosten regulär 10 beziehungsweise ermäßigt 7 Euro. Einlass: ab 15.30 Uhr.
Geschichten aus Sand:
Auf dem Spielplatz Burgen bauen und durch ein Sieb streichen, an Wasserläufen kleine Staudämme anlegen und Füße einbuddeln – das alles geht mit Sand. Aber die feinen Körner können noch viel mehr. Zum Beispiel Geschichten erzählen. Wie das aussehen kann, ist am Samstag ab 16 Uhr im Blauen Salon des Leipziger Central Kabaretts zu erleben. Sandartisten präsentieren „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel”. Ein Erlebnis für Groß und Klein. Dauer: 45 Minuten. Tickets gibt’s ab 15,50 Euro hier.
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Buch-Tipp der Woche

Blick in das Buch "Klär mich auf"
Blick in das Buch "Klär mich auf"
Katharina von der Gathen (Autorin), Anke Kuhl (Illustratorin), “Klär mich auf” & “Klär mich weiter auf”: Kinder beginnen früh, Fragen zu Sexualität zu stellen, im weitesten Sinne. Dabei ist ihnen „Sexualität“ noch gar kein Begriff. Schon im Kindergartenalter interessiert sie, wissbegierig wie sie sind, woher Kinder kommen, wie Kinder in den Bauch von Frauen hinein- und wieder hinauskommen. Mit zunehmendem Alter werden die Fragen genauer. Dabei wird es für Eltern durchaus schwieriger kindgerechte Antworten zu finden. In diesen beiden Büchern beantwortet die Autorin Katharina von der Gathen, Sonder- und Sexualpädagogin, die an Grundschulen Aufklärungsunterricht leistet, Fragen von Grundschülern – anonym gestellte, unverblümte und auf Erwachsene zum Teil vielleicht naiv wirkende Fragen rund um Liebe, Sexualität, Beziehung, Fortpflanzung und Pubertät. Dies tut sie in einer wunderbaren, leichten, aber die Kinder mit ihren Fragen ernstnehmenden Weise.
Ich suchte vor einiger Zeit ein Buch für meine Tochter, die langsam aber sicher in die Pubertät kam und stieß nach längerer Suche auf diese Bücher - ein Glücksfall. Meine Tochter und ich sprechen, glücklicherweise bis heute, sehr offen über alles, was sie bewegt, auch rund ums Erwachsenwerden. Mir ist aber klar, das wird nicht ewig so sein. Bevor sie also irgendwann Halb- bis Unwissen von Freunden aufschnappt oder im Internet sucht und wahrscheinlich nicht nur altersgerechte Informationen findet, wollte ich ihr gern ein Buch (nun sind es zwei Bücher) an die Hand geben, die so ziemlich jede Frage beantworten. Die insgesamt 202 „Kinderfragen rund um ein aufregendes Thema“ schaffen genau das: Sie liefern altersgerechte Antworten auf jedwede Frage rund um Sexualität, Liebe und Erwachsenwerden. Ganz offen, inklusiv, ohne Vorurteile, auf Konsens bedacht. Auch ich habe in diesen Büchern (Kinder-) Fragen gefunden, die ich nicht mal eben so aus dem Stehgreif hätte beantworten können – erst recht nicht altersgerecht. Oder wissen Sie, wie groß ein männlicher Samen, also eine Samenzelle, ist? Oder wie Menschen im Rollstuhl Sex haben? (Sofern Sie, wie ich, weder im Rollstuhl sitzen noch jemanden kennen, den Sie das mal eben fragen könnten.) Die Bücher regen also auch Eltern zum Nachdenken an und bieten die Möglichkeit, offen mit unseren Kindern über all die Veränderungen zu sprechen, die die Pubertät mit sich bringt und noch so viel mehr Fragen. Empfohlen sind die Bücher ab acht Jahren, aber bieten auch Jahre später noch einen Fundus an Antworten. Apropos Bücher: Es handelt sich hier nicht um klassische Bücher, man muss die Frageseite mit der comicartigen Zeichnung (nicht unbedingt hübsch, aber lustig) nach oben umschlagen, um die Antwort auf die jeweilige Frage zu lesen. Dies ermöglicht eine kurze Pause, um sich selbst – egal ob Kind oder Elternteil – zu überlegen, was die Antwort sein könnte. Ein guter Ansatz, um über Fragen nachzudenken und gemeinsam Antworten zu finden.
Von Susanne Reinhardt
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Das bietet Eutritzsch für Familien: Sport, Spaß und alte Straßenbahnen
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Eltern-Geständnis: Geheimversteck

Mein Klo ist mein Geheimversteck! Wenn ich mal eine Auszeit brauche, dann ziehe ich mich für mein großes Geschäft auf die Toilette zurück. Mit Buch oder Handy brauche ich dann immer aufreizend lange und genieße die Zeit, in der niemand mich fragen kann: “Papa, darf ich … ?“ oder “Papa, wo ist … ?“ Wichtig dabei: Absperren nicht vergessen! Stefan L., Leipzig-Paunsdorf

Kinder zu haben ist wundervoll. Meistens. Manchmal braucht man aber auch eine Auszeit oder macht Dinge im Geheimen. Hin und wieder macht oder sagt man auch Sachen, die man als Mutter oder Vater eigentlich vermeiden wollte, die ein wenig fies sind oder nicht der Wahrheit entsprechen. Geht es Ihnen auch so? Erzählen Sie uns davon, gerne auch unter Pseudonym: familie@lvz.de
Vatertag: Über die Namenssuche im Internet

“Sag mir, wie du heißt, und ich sag dir, wer du bist.“ Dieses Zitat stammt ausnahmsweise nicht aus dem Munde meiner Tochter, sondern aus den ebenso unergründlichen Tiefen des Internet. Ich bin darauf gestoßen, als ich den Bildschirm meines Laptops gereinigt habe. Ich hatte versehentlich Kaffee darauf gespuckt.
Warum? Wir suchen derzeit nach einem Namen für das September-Baby. Und als ich auf einer Online-Plattform auf den Vornamen Mieftagoet stieß, war’s vorbei. Ich bekam einen Lachanfall, verschluckte mich und prustete mein Heißgetränk auf den Bildschirm.
Es ist natürlich gemein, sich über Vornamen lustig zu machen. Es war auch eher die Tatsache, dass 70 Prozent der Plattformnutzer fanden, Mieftagoet passe gut zu einem österreichischen Nachnamen. Ich meine, was sind das denn für Infos? Woher kommen sie?
Was den Vornamen betrifft, sind wir thematisch und geografisch recht offen. Ich tauchte also immer tiefer in die Welt der Namensratgeber ein und stieß auf Miyoko. Das kommt aus dem Japanischen und bedeutet, so las ich, „schönes Erzeugungskind“. Ich war in diesem Moment heilfroh, dass mein Kaffeebecher schon leer war. Mine wiederum bedeute „entschlossener Schutz“, Heilwig heiße „gesund und Kampf“, Abigail stehe für „mein Vater ist Freude“.
Um wieder etwas runterzukommen, suchte ich nach seriösen Texten zur Frage, ob der Vorname eines Kindes etwas über seinen Charakter aussagt. Ergebnis: Ja, das könne durchaus sein. Rückschlüsse seien vor allem zu Herkunft und Bildung der Eltern möglich – und damit gehen Chancen oder Nachteile zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt einher. Leider. Noch deutlicher wird das, wenn man sich Namen anschaut, die nicht als deutsch gelesen werden: Menschen mit arabischen oder türkischen Vornamen haben es auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt erwiesenermaßen schwerer.
Solche Überlegungen sollten zwar auch werdende Eltern im Hinterkopf haben. Ich finde es aber noch wichtiger, dass sie auf ihre Intuition vertrauen. Das Bauchgefühl muss stimmen. Vielleicht gehen wir im September mit zwei Namen in petto ins Krankenhaus – und entscheiden uns, wenn wir den kleinen Menschen vor uns haben.
Mieftagoet ist also noch im Rennen.
Von Christopher Resch
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