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Sehnsucht nach Normalität

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Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Leserinnen und Leser,
worüber reden, wenn einem Homeschooling und Homeoffice mit Kleinkind in Zeiten eines Pandemie-bedingten Lockdowns einfach nur noch zu den Ohren raushängen? Wie wäre es mit dem Wetter. Das geht ja bekanntlich immer. Oder vielleicht über so etwas Banales wie Haare. Manchmal liegen diese Themen auch ganz nah beieinander. Zum Beispiel, wenn man die Haare morgens mühevoll in halbwegs annehmbare Form gebracht hat – was ja bei geschlossenen Friseur-Geschäften zunehmend schwieriger wird – und dann nach draußen kommt und alles in sich zusammenfällt.
Anders bei meiner Tochter. Unabhängig vom Wetter machen ihre Haare, was sie wollen. Da kann ich kämmen wie ich will. Nach fünf Minuten scheinen ihre Gedanken und ihr Temperament die Herrschaft über ihren Schopf übernommen zu haben. Mit Haargummis brauche ich gar nicht erst zu kommen, die darf allein ihre Erzieherin in die Haare zaubern. Und das auch noch ans Ende eines kunstvoll geflochtenen Zopfes. Um ihren wilden Lockenschopf etwas zu bändigen, wollte ich die Schere ansetzen. Ganz vorsichtig natürlich. Doch Pustekuchen! Da half auch nicht, dass auf dem Bildschirm vor ihr die kleine Prinzessin ebenfalls mit ihren Haaren kämpfte. Keine Chance.
Dabei wäre ich selbst mehr als dankbar, wenn ich wieder zum Friseur dürfte. Am Wochenende ploppte im Kalender mein Friseurtermin auf. Wegen des Lockdowns natürlich vergebens. Nicht, dass wir alle keine größeren Sorgen hätten. Doch irgendwie steht der Friseurtermin ja auch für ein großes Ganzes, das wir alle herbeisehnen: Normalität. Ich selbst genieße diese Termine immer sehr. Mal eine Stunde nur für mich, nette Gespräche mit meiner Friseurin inklusive. Doch ihr und ihrer Zunft sind die Hände gebunden. Im Februar sollen Friseure wieder öffnen. Gut so, sagen Friseurmeister. Meine Kollegen Josa Mania-Schlegel und Lisa Schliep haben mit zwei von ihnen gesprochen – über hartnäckige Stammkunden, halbillegale Friseurstudios und darüber, was beim Pony schneiden zu beachten ist.
Und weil uns der Lockdown dann doch beschäftigt, hier noch ein Hinweis auf den LVZ-Talk zum Thema „Bildung in Corona-Zeiten“, der am Dienstag über die (digitale) Bühne ging: Über das Notabitur als letzte Option, faire Abschlüsse und Bildungsempfehlungen, Hilfe für die Kleinsten, die gerade lesen und schreiben lernen und noch viel mehr ging es. Eine Zusammenfassung der Schwerpunkte sowie den Talk als Stream finden Sie hier.
Und nun wünsche ich Ihnen noch eine schöne Restwoche. Bleiben Sie optimistisch und vor allem gesund.
Ihre Patricia Liebling
Redakteurin LVZ Familie

Foto: prostooleh / freepik
Foto: prostooleh / freepik
Wochenend-Tipps

Für Poeten: Livelyrix und die Villa Leipzig laden ein zum Poesiewettstreit von der Couch aus. Beim Bühnengeflüster U20 Poetry Slam Leipzig messen sich junge Poeten und Poetinnen bis 20 Jahre mit selbst verfassten Texten, um mit diesen das Publikum zu begeistern. Ob Lyrik oder Prosa, ob Tränen vor Lachen oder vor Rührung, alles ist möglich an einem solchen Abend. Beginn ist Freitag um 19 Uhr. Wer sich den Dichterwettstreit anschauen möchte, geht auf die Facebook-Seite von Livelyrix. Dort wird eine Zoom-Einladung bereitgestellt, über die sich die Veranstaltung kostenfrei anschauen lässt.
Minimalistisches Konzert-Theater: Eine Gruppe von Kindern wird von ihrer Mutter verlassen. Statt ihren widersprüchlichen Erinnerungen nachzuhängen, entschließen sie sich, ihr Haus zu verlassen und sie zu suchen. Dabei stoßen sie an die Grenzen dessen, wer diese Frau überhaupt ist. Sie fragen sich, ob es so etwas wie feste Identitäten gibt und warum alle in ihren Rollen gefangen sind – sei es Mutter, Kind oder irgendetwas anderes. Die Cammerspiele Leipzig haben die Aufführungen von „Unser großes Album elektrischer Tage“ von James & Priscilla kurzerhand in den digitalen Raum verlegt – inklusive Live-Chat und Gespräch im Anschluss. Die Theatergruppe James & Priscilla verschneidet den schillernden Text von Johanna Maxl mit Popsongs der vergangenen Jahre und erzählt so Geschichten aus der Sicht der Kinder und der Mutter. Beginn ist Freitag und Samstag jeweils 20 Uhr. Tickets gibt es hier, den Link zum Stream dann per E-Mail.  
Für Bücherwürmer: Ein Mutmach-Buch steht im Mittelpunkt der Lesung von Amelie Mahlstedt. In „Lolas verrückte Welt. Diagnose: Down-Syndrom“ erzählt sie von den ersten drei Lebensjahren ihrer Tochter. Mit großer Offenheit berichtet Amelie Mahlstedt vom Auf und Ab ihrer Gefühle, den täglichen Herausforderungen und davon, wie sie durch ihre Tochter einen neuen Blick auf das Leben bekommen hat. Mit ihrem Buch will sie Mut machen und betroffenen Eltern helfen, den Schock der Diagnose besser zu verarbeiten und ihr Kind liebevoll anzunehmen. Die Lesung beginnt Sonntag um 15 Uhr. Zur Teilnahme geht es hier.  
Weitere Tipps für das Wochenende haben wir hier für Sie zusammengestellt.
Buch-Tipp der Woche

Blick ins Buch „Mein Klappen-Wörterbuch: Baustelle“, erschienen im Ravensburger Verlag.
Blick ins Buch „Mein Klappen-Wörterbuch: Baustelle“, erschienen im Ravensburger Verlag.
Susanne Gernhäuser (Autorin), Stefan Richter (Illustrator): „Mein Klappen-Wörterbuch: Baustelle“: Wer als Mutter oder Vater, Großmutter oder Großvater mit kleinen Kindern Baustellen passiert, wird schnell merken, welche Faszination diese auf Kinder ausstrahlen. So mancher kommt bei den zahllosen Fragen, die dann aus den Kindermündern sprudeln, aber auch ins Trudeln. Was ist dies? Wofür ist das? Was macht der da? Gar nicht so einfach, immer die passende und noch dazu kindgerecht formulierte Antwort parat zu haben. Hier kommt das Klappen-Wörterbuch Baustelle ins Spiel. Der Bagger hebt die Baugrube aus. Der Ladekran bringt Ziegelsteine für die Hauswände. Und was macht ein Zimmermann? In diesem Buch lernen Kinder ab 2 Jahre viele Fahrzeuge, Handwerker und Werkzeuge kennen, erleben den Hausbau vom Ausheben der Baugrube bis zum Einzug. Zahlreiche Klappen ermöglichen es, die Baustelle aktiv zu entdecken: Was macht die Betonpumpe? Wann wird das Dach gedeckt? Und welche Werkzeuge braucht ein Installateur? Kurze Texte beschreiben kindgerecht die unterschiedlichen Schritte und Aufgaben beim Hausbau. Alle Werkzeuge, Fahrzeuge und Berufe werden genau benannt. Das regt kleine Baustellenfans zum Sprechen an und fördert den Aufbau des Wortschatzes. Ganz nebenbei fördern die Klappen auch die motorischen Fähigkeiten. Mit diesem Pappbilderbuch lernen große und kleine Entdecker die Welt der Baustelle kennen. Und auch Eltern hier und da noch etwas dazu.
Von Patricia Liebling
Wenn Sie oder Ihre Kinder auch eine Buchempfehlung für unsere Leser haben, schreiben Sie uns an familie@lvz.de.
Das Beste für Familien aus LVZ und RND

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Freibetrag für Alleinerziehende dauerhaft auf 4008 Euro angehoben
Neues aus dem Familienleben auf Twitter

Frau Schiller
Schüler, die ihr Mikro in der Videokonferenz anschalten, um zu fragen, ob sie auf Toilette dürfen, geben mir ein wenig Normalität zurück.
Frau Blau
„Jungs, habt Ihr noch Geschirr in Euren Zimmern?“
„Nö.“
„Schaut bitte trotzdem mal nach.“

35 Teller, 12 Becher, 6 1/2 Schüsseln, Omas Terrine, Tante Inges Tee-Service und eine verschollene Ming-Vase werden in die Küche getragen.

🙄
Foffy
Anforderungen der 6j an ihre Hosen:

- keine Jeans
- weicher Innenstoff
- Taschen
- Gummibund
- keine Knöpfe
- gewebt von 6 blinden Mönchen bei Mondschein
- vorgewärmt von schlafenden Baby-Alpakas
- mit Einhornspeichel gewaschen
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